“Man muss kein Nerd sein, um Informatik zu studieren” – Produktmanagerin Verena informiert beim Girls Day 2017

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Produktmanagement in einem Technologieunternehmen. Das klingt nach einem echten Männerjob? Fehlanzeige! Bei uns liegt diese verantwortungsvolle Position seit mehr als drei Jahren in Frauenhand, bei Verena. Mit ihrem Werdegang ist die 38-jährige zwar noch immer eine Seltenheit in der IT-Branche, doch vor allem ist sie Inspiration – für junge Frauen und Mädchen, die noch unschlüssig sind, welchen Beruf sie erlernen oder welches Studium sie wählen möchten.

Und genau darum geht es beim Girls Day: Am “Mädchen-Zukunftstag” erfahren Schülerinnen mehr über Ausbildungsberufe und Studiengänge in IT, Technik, Handwerk und Naturwissenschaften, lernen Unternehmen kennen und begegnen weiblichen Vorbildern aus Wirtschaft und Politik.

So nutzten auch Schülerinnen des Kölner Gymnasiums in Rodenkirchen vergangene Woche Donnerstag am Girls Day 2017 die Chance zur beruflichen Orientierung. Kurz nach der Wahl der Leistungskurse hatten die rund 30 Mädchen aus der zehnten Klasse viele Fragen im Kopf – und die Gelegenheit, diese Fragen vier Frauen zu stellen, die mitten im Berufsleben stehen. Darunter auch unsere Produktmanagerin Verena, die zusammen mit Vertreterinnen aus den Bereichen Physik, Pharma und Wissenschaft den jungen Mädchen aus erster Hand berichtete.

“Kann ich auch als Mädchen Informatik studieren?”, “Ist Technik wirklich was für Mädels?”, “Hast du Nachteile als Frau in deinem Job?” Einige der Schülerinnen hatten sich gerade für Mathematik oder Biologie als Leistungskurs entschieden, aber später tatsächlich in einer Männerdomäne arbeiten? Verena bestärkte die Schülerinnen darin, selbstbewusst ihren Weg zu gehen.

Sie selbst steht seit zehn Jahren mit beiden Beinen fest im Berufsleben, hat ein Diplom in Informatik in der Tasche. Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik, VICOMtech, Adcloud, Sevenval Technologies – die Stationen in ihrem Lebenslauf sprechen eine eindeutige Sprache: Verena ist im IT- und Technologieumfeld zuhause. Und etwas anderes kann und konnte sie sich gar nicht vorstellen.

“Man muss kein Nerd sein, um Informatik zu studieren”, erklärte Verena und ermutigte die Mädchen beim Girls Day, sich nicht von Stereotypen verunsichern zu lassen, sondern ihren Interessen und Begabungen zu folgen. “Viel wichtiger als Erfahrung im Programmieren ist vor allem die Neugier, technische Dinge von Grund auf zu verstehen und eigene Ideen umzusetzen. Frauen haben einen anderen Zugang zu Technik als Männer – und das ergänzt sich! Beide Geschlechter bringen unterschiedliche Kompetenzen in die Zusammenarbeit ein und das tut sowohl dem Miteinander als auch dem Ergebnis gut”, ist Verena überzeugt und berichtete aus ihrem Alltag.

Klar, bei ihr dreht sich tagtäglich alles um Tech-Themen. Doch was macht sie als Produktmanagerin genau? Verena antwortete lachend: “Ich bin quasi die Schnittstelle zwischen Technikern und Nicht-Technikern!” Sie steht im engen Austausch mit den verschiedensten Fachbereichen, spricht auf Augenhöhe mit Entwickler-Teams und weiß, welche Herausforderungen es in der Umsetzung und welche Anforderungen es aus der Praxis gibt. Verena kennt die Systemarchitekturen hinter den Produkten von Sevenval, versteht den Markt und hat den Wettbewerb im Blick. Und genau hierin geht sie auf.

Ihre Leidenschaft für Technologie gibt Verena auch abseits ihres Jobs weiter: Sie engagiert sich bei der internationalen Initiative “Rails Girls”, die es sich zum Ziel gemacht hat, Frauen die Grundzüge des Programmierens weiterzugeben. Für die Workshops der Rails Girls bewerben sich Mädchen und Frauen jeden Alters und mit unterschiedlichstem Hintergrund. “Manche haben bereits erste Erfahrung im Coden, andere sind einfach neugierig und wollen mal ins Programmieren reinschnuppern. Die Teilnehmerinnen können wirklich all ihre Fragen unter Gleichgesinnten los werden, holen sich Inspiration in Vorträgen und entwickeln ganz nebenbei noch ihre eigene kleine Web App”, so Verena.

Doch in Verenas Leben dreht sich nicht alles nur um Tech-Themen: Seit 2015 ist sie stolze Mama. Zwei herausfordernde Jobs also, die es unter einen Hut zu bringen gilt. Und dieses Thema bewegte die Mädels beim Girls Day am Rodenkirchener Gymnasium ebenfalls.

“Wie kannst du Beruf und Familie vereinen?”, kam die zögerliche Frage. “Produktmanagerin und Mama – ich gebe in beiden Jobs Gas! Da hilft es natürlich ungemein, wenn man auf der Arbeit auf Verständnis trifft, wenn es mal doch nicht läuft wie geplant”, erklärte Verena den Mädels. Bei Sevenval gibt es ein Büro mit Spielecke, man hat die Möglichkeit, sein Kind mal mit zur Arbeit zu bringen, wenn die Kita streikt oder die Tagesmutter krank ist. Und die Arbeit in Teilzeit erleichtert den Wiedereinstieg nach der Elternzeit. “Man spürt einfach, dass bei uns viele Familienväter und -mütter arbeiten und das prägt unsere Unternehmenskultur.”

Produktmanagerin, Rails Girl, Mama – auch eine Powerfrau wie Verena muss zwischendurch mal Akkus laden. Ihr Geheimrezept? Sie verrät es: “Einmal pro Woche Yoga!”

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