Mein Tag als Coach beim Code+Design Camp Köln

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Links im Bild: Coach Christian beim Code+Design Camp Köln

Letzte Woche fand in Köln das bislang größte Code+Design Camp der Code+Design Initiative statt. Über 130 Jugendliche gingen hier an vier Tagen ihrer Leidenschaft fürs Entwickeln und für Design nach, konnten sich orientieren, netzwerken und jede Menge Neues lernen. Da ich in meiner Jugend auch gern bei solchen Events mitgemacht habe, war das eine gute Gelegenheit, mal etwas zurückzugeben. Außerdem ist es cool, zu sehen, wie sich junge Leute genau für das begeistern, was wir tagtäglich tun. Also war ich am ersten Tag als Coach dabei.

Eine Herausforderung war es, den Teilnehmern der verschiedensten Altersklassen – von 13 bis Mitte 20 war alles dabei – gerecht zu werden. Um hier gleich zu Beginn das Eis zu brechen, hatten sich die Veranstalter Kennenlernspiele überlegt. Alle Teilnehmer mussten sich in eine Schlange stellen – sortiert nach Alter, zurückgelegter Strecke für die Anreise oder Erfahrungsschatz.

Einige der Kids waren schon mal bei einem Code+Design Camp und hatten ganz konkrete Projektideen. Das reichte von einem Web-Portal, um sich mit Schulkameraden besser zu organisieren, bis zur App, die Rezeptideen für die Zutaten liefert, die man gerade zuhause hat.

Da ich selbst auf eine kleine Zocker-Vergangenheit zurückblicke, habe ich ein Team bei der Entwicklung von „Hexa-Pong“ gecoacht. Das Ziel: Sechs Personen spielen in einem Sechseck gegeneinander Pong. Nicht nur hier war ich beeindruckt, was sich die Kids selbst beibringen – die Arbeit mit Git für die Versionskontrolle, Photoshop, Unity 3D oder GameMaker. Da denkt sich einer „Hey, ich will ein Spiel machen“ – also guckt er sich ein Tutorial bei YouTube an und legt los.

Einer hatte schon ein 3D-Spiel mit anspruchsvollen Outdoor-Animationen und Schnee entwickelt. Ich war früher selbst in einer Modding-Gruppe und kann mich genau daran erinnern, wie schwierig das mit dem Regen war.

Dann waren da zwei Mädels – eine plante ihr Informatik-Studium nach dem Abi, die andere machte eine Ausbildung zur Fachinformatikerin. Beim Berliner Camp hatten sie ein Jump&Run Game entwickelt und in Köln saßen sie an einer App zur Party-Organisation.

Als Coach war es mir wichtig, keine Lösungen vorzugeben, sondern die Kids zu befähigen, Probleme eigenständig zu lösen. Denn häufig kamen die Teams irgendwann an einen Punkt, an dem ich auch in meinem Alltag als UX Designer oder meine Kollegen als Developer öfter stehen: Da gibt es nicht die eine richtige Lösung, sondern verschiedene, die alle Vor- und Nachteile haben oder einfach Geschmackssache sind. Hier muss man dann sauber abwägen.

Spannend und wirklich vorbildlich war, wie Coder und Designer beim Camp zusammengearbeitet haben. Alle hatten ein enormes Verständnis für die jeweils andere Seite, wollten sich verstehen und gemeinsam ihr Ziel erreichen. Da schlummert enormes Potenzial in der Jugend und die Camps bieten genau den richtigen Rahmen, das zu fördern. Keine Frage also – beim nächsten Mal bin ich gerne wieder als Coach dabei!

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