#jugendhackt Köln 2017

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Mit Code die Welt verbessern – eine starke Mission, die Sebastian bei Jugend hackt in Köln als Mentor unterstützt hat.

Als mich eine Kollegin darauf ansprach, ob ich Jugend Hackt kenne, musste ich erstmal verneinen. „Das ist ein Hackathon für Jugendliche“, sagte sie. „Schau es dir mal an!“ Also habe ich keine Zeit verloren, Google angeworfen, und eines der mir sympathischsten Projekte gefunden, die ich in letzter Zeit gesehen habe.

„Mit Code die Welt verbessern“ ist das Motto, der Anspruch also nicht gering und spätestens, als ich mir die Ergebnisse der letzten Male angesehen habe, war mir klar, dass man eben diesem Anspruch durchaus gerecht zu werden versteht.

Genauso klar war mir, dass ich diese Events unbedingt unterstützen will. Und das ging für mich am besten dadurch, mich als Mentor zu bewerben. Immerhin habe ich mittlerweile fast 20 Jahre damit verbracht, Erfahrung in der Webentwicklung zu sammeln. Da wäre es doch schön, wenn man mit dieser Erfahrung die nächste Generation dabei unterstützen könnte, mit ihrem Code die Welt zu verbessern!

Also kurz die Voraussetzungen für die Mentorenschaft geprüft:

* 19 Jahre oder älter?
Check! Spätestens, wenn man Ausdrücke wie „die nächste Generation“ verwendet, weiß man, dass man alt wird.

* Freude im Umgang mit Jugendlichen?
Check! Ich betreue auch beruflich mit großer Freude unsere Auszubildenden und gelegentlich auch Praktikanten.

* Code of Conduct?
Check! Eine diverse und bunte Welt, Offenheit, Respekt und dazu noch Hacker-Ethik. Wer mit Code die Welt verbessern will, muss sich nicht auf den Code beschränken!

Nach wenigen Tagen hatte ich die Bestätigung, dass ich als Mentor akzeptiert wurde. Gleich dazu kam die Einladung, an einem Vortreffen teilzunehmen, bei dem man mehr über die Rahmenbedingungen erfahren sollte. Bei obligatorischer Pizza wurde uns hier der Ablauf von Jugend Hackt erklärt.

Die meisten Mentoren waren alte Hasen, schon ein- oder zweimal als Mentor dabei. Oder als Teilnehmer. Die hohe Anzahl der Wiederholungstäter alleine bei diesem Vortreffen war schon beeindruckend. Persönlich hatte ich nach dem Treffen das Gefühl, dass das sicher viel zu wenig straff organisiert ist und es vermutlich ein kleines Chaos geben wird. Immerhin reden wir von 70 oder mehr Jugendlichen.

Willkommen in Köln-Riehl

Als ich dann aber, als es endlich so weit war, in der Jugendherberge Köln-Riehl ankam, wurde schnell klar: Meine Sorgen waren unbegründet, hier gibt es keinen Platz für Chaos. Die Organisation war hervorragend. Ankommen und registrieren, Zimmerschlüssel und die vorbereiteten T-Shirts und Namensschilder eintüten und schon ging es los.

Nach einem Abendessen und einer kurzen Willkommensrunde konnte der Hackathon endlich so richtig starten. Und das mit einer Brainstorming-Phase, die direkt gezeigt hat: Die Jugendlichen sprudeln vor Ideen! Zum Thema „Zukunftsstadt“ und „Umwelt“ haben wir die Flipcharts gefüllt. Den Teilnehmern war klar: Vernetzt sollte es sein! Und intelligent! Mit Ideen wie Ampelschaltungen, die den Verkehr analysieren und durch möglichst flüssigen Verkehrsfluss dann Frust, Staus und unnötigen Spritverbrauch verhindern sollten, oder dezentral vernetzten Häusern, die sowohl Strom-Lieferanten als auch -Verbraucher sind und sich zu Zeiten hoher und niedriger Last gegenseitig Energie liefern würden, ist man dann ins Rennen um Mitmacher gegangen.

Team Freistrom

Nachdem Sonja Peteranderl einen sehr interessanten Vortrag mit dem Thema „Real/Fake“ gehalten hatte, wurde sich in einer Paneldiskussion mit der Hacker-Ethik auseinandergesetzt. Wer die Welt verbessern will, soll sich auch ein klares Bild davon schaffen können, nach welchen Regeln er das tut. 

Mentor werden ist nicht schwer…

Nach dem ersten Power-Nap und einem gemeinsamen Frühstück konnte es dann so richtig losgehen.

Eine der Projektwände, an der man sich informieren konnte, bei welchem Projekt man mitmachen möchte

Jeder der Jugendlichen durfte sich ein Projekt aussuchen, an dem er teilnehmen würde. Mit meinem Know-How konnte ich dann am besten bei „social-paka“ unterstützen. Hier ging es darum, eine Social Media Plattform zu schaffen, über die sich die Teilnehmer von Jugend Hackt (das Maskottchen ist übrigens ein Alpaka) vernetzen und austauschen könnten.

Die Idee ist auch so gut angekommen, dass sich gleich 15 Teilnehmer gefunden haben, die diese umsetzen wollten. Diese haben sich in zeitweise bis zu 5 Gruppen aufgeteilt. Immerhin brauchte man ein Design, eine Android-App, eine iOS-App, ein Web-Frontend und natürlich ein Backend, das die Daten für all die anderen Komponenten liefern sollte.

Und dann begann es. 15 Jugendliche, 5 Projekt-Teams, eine gemeinsame Idee. Und diese 15 vor Energie nur so strotzenden Jugendlichen waren große Klasse. Unterschiedlichste Wissensstände und unterschiedlichste Vorlieben haben für heiße Diskussionen gesorgt, in denen es um Tools, Technologiestacks und Arbeitsweisen ging. Dabei haben sich die Teilnehmer auf einem Niveau bewegt, das man sich in dem professionellen Umfeld, in dem wir uns jeden Tag bewegen, nicht besser wünschen könnte.

Ich will nicht lügen, es war anstrengend. Meine Mentoren-Kollegen und ich haben alles gegeben, die Teams in ihrer agilen Arbeitsweise zu unterstützen, technische und organisatorische Fragen zu klären, Hilfestellung zu leisten und Wissensaustausch voranzutreiben. Aber auch die ein oder andere Minecraft-Session durch neuen Input frühzeitig zu beenden. Gegen Mitternacht bin ich heiser und völlig erschöpft, aber begeistert und zufrieden, in mein Bett gefallen.

Am Sonntag ging es dann zum Endspurt. Die Präsentationen hatte man am Vorabend schon geübt. Den Projekten wurde der letzte Feinschliff verpasst. Viele Eltern wurden empfangen. Und schließlich wurden die Präsentationen gehalten und vom CCC aufgezeichnet und live gestreamt.

Das Ergebnis, das von „social-paka“ und von allen anderen Gruppen, konnte und kann sich immer noch sehen lassen.

Für mich steht fest: Das ganze Event, das nicht nur in Köln, sondern an verschiedenen Terminen in ganz Deutschland veranstaltet wird, kann sich sehen lassen. Hier wird klar: Die nächste Generation hat mindestens so viel Energie und Wissbegierde wie die bisherigen. Und nicht nur dank der besseren Vernetzungsmöglichkeiten und der Tatsache, dass ein Computer heutzutage eigentlich in keinem Haushalt fehlt, sondern auch und vor allem wegen Veranstaltungen wie Jugend Hackt, wird „die Jugend von Heute“ die besten Voraussetzungen haben, ihren Interessen nachzugehen, ihre Ideen zu verwirklichen und vielleicht ihre Berufung erfolgreich zum Beruf zu machen.

Und ich würde mich freuen, wenn ich bei weiteren Jugend Hackt Events, vielleicht schon nächstes Jahr, einen kleinen Teil dazu beitragen kann.

Sebastian (Head of Adaptation Development @ Sevenval)

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