Ausbildung zum Fachinformatiker – so war mein erstes Lehrjahr

Am 01.08.2017 habe ich bei Sevenval in Köln meine Ausbildung zum Fachinformatiker mit Schwerpunkt Anwendungsentwicklung begonnen. Etwa ein Jahr später ist es nun an der Zeit, zurückzublicken und die Erlebnisse meines ersten Lehrjahres zu schildern.

Anfangen sollte ich am besten gleich mit meinem Vorstellungsgespräch. Dort stand ich nun, so schick wie meine Garderobe es hergab, und mein jetziger Ausbildungsleiter Markus, mit dem ich das Gespräch führte, trug ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift: „Schwarz ist bunt genug“. Das hatte ich nicht erwartet und vorher auch nichts Ähnliches erlebt, es gefiel mir aber. Das Gespräch selbst lief sehr locker und reibungslos und zugleich professionell ab. Markus sagte auch im Verlauf des Gesprächs: „Wir sind unkonventionell, aber nicht unprofessionell“.

Als dann die Zusage für den Ausbildungsplatz kam, freute ich mich riesig. Da ich zu der Zeit noch als Student eingeschrieben war, entschied ich mich, schon vor Ausbildungsbeginn als Werkstudent bei Sevenval reinzuschnuppern. So war ich also einige Monate als Werkstudent in der Quality Assurance tätig und konnte Betrieb und Leute kennenlernen.

Zu Beginn der Ausbildung war es meine erste Aufgabe, die Website eines Automobilherstellers nachzubauen, die ein Projektteam von Sevenval zuvor umgesetzt hatte. Das war erstmal eine ziemliche Herausforderung, da ich bis dahin nur einige anfängliche Erfahrung in Java hatte und mich noch nie mit Webentwicklung beschäftigt hatte. Zum Glück war ich nicht allein, die Kollegen waren sehr hilfsbereit und es gibt viele gute Internet-Tutorials. Von einem Kollegen wurde mir zu Beginn das wohl wichtigste und am häufigsten verwendete HTML Tag erklärt, nämlich das <div> Tag. Merkt euch das, denn eine Webseite besteht zu ca. 90% daraus! 😉

Dadurch, dass ich direkt bei einem Projektteam sitze, bin ich dort ins Tagesgeschäft eingebunden, kriege sehr viel mit und kann jederzeit die Kollegen ansprechen. Markus als Ausbildungsleiter begleitet die Ausbildung und wir haben regelmäßige Termine, in denen der Wochenbericht durchgegangen wird und er mich abfragt, ob das, was ich in der Woche getan habe, auch hängen geblieben ist. Eigeninitiative ist aber natürlich Voraussetzung. Dazu am besten geeignet ist, meiner Meinung nach, w3schools.com. Außerdem nicht zu unterschätzen, und im Gegensatz zu w3schools auch auf deutsch, ist selfhtml.org. Auf diesen beiden Seiten findet man fast alles, was man als Webentwickler braucht. Und wenn nicht, findet man es auf einer von vielen ganz ähnlichen Tutorialseiten. Alles nur eine Suche entfernt.

Nachdem ich also mehr schlecht als recht mit HTML und CSS meine erste Website so halbwegs nachgebaut hatte, was zwei Wochen dauerte, ging es auch gleich weiter. Ich lernte JavaScript kennen, womit ich eine neue Seite dynamisch machen sollte. Das heißt, es sollten sich Elemente der Seite verändern, wenn die Maus bewegt oder gescrollt wurde, und da hörte es natürlich nicht auf. Im Verlauf des Jahres habe ich XML, XSLT, SCSS und React gelernt. Außerdem noch den Umgang mit Entwicklertools wie Git, Jenkins oder Vagrant. Der Umgang mit der Konsole ist natürlich auch essentiell. Wenn ich mich mit  Klassenkameraden austausche, habe ich den Eindruck, dass ich bei Sevenval mit mehr neuen Tools und Technologien in Kontakt komme, als andere in ihren Ausbildungsbetrieben, was ich ziemlich cool finde.

Aber keine Sorge, man wird nicht erschlagen von all den neuen Dingen, die auf einen zukommen. Alles baut aufeinander auf und man versteht schnell, wie was zusammengehört. In der Berufsschule hat man so normale Fächer wie Deutsch, Englisch, Politik oder Religion aber auch Anwendungsentwicklung (ANW), in dem wir mit C# (sprich c-sharp), programmieren oder Informations- und Telekommunikationssysteme (ITK), in dem wir viel über Hardware lernen.

Nach einem Jahr kann ich sagen, dass ich mit der Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung die richtige Entscheidung getroffen habe. Ich bin froh, dass ich bei Sevenval einen Ausbildungsplatz bekommen habe. Das Verhältnis zu den Vorgesetzten und Kollegen ist entspannt und locker und es gibt viele interessante Events, wie etwa ein gemeinsames Frühstück jeden Dienstagmorgen. Außerdem stehen zwei Kickertische zur Verfügung, die auch gerne genutzt werden. Die zentrale Lage direkt am Kölner Hauptbahnhof ist natürlich auch ein großer Vorteil und das vom Unternehmen bezuschusste Jobticket erlaubt es einem, von überall her einfach und schnell zum Arbeitsplatz zu gelangen. In der Freizeit kann es natürlich auch genutzt werden.

Mein Fazit nach einem Jahr: Bei Sevenval lernt man schon im ersten Lehrjahr viel, was man im späteren Arbeitsleben gebrauchen kann – und nicht nur das für die Firma Wichtige. Ich bin gespannt auf das zweite Lehrjahr, in dem ich in eine andere Abteilung komme und hoffentlich nochmal so viel lerne.

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