Als Coach beim Code + Design Camp Köln

Letzte Woche fand im Kölner Startplatz das Code + Design Camp statt. Dieses Camp richtet sich an Jugendliche zur Berufsorientierung, oder auch um eigene Software-Ideen umzusetzen. So fanden sich am Dienstagmorgen über 80 Jugendliche zwischen vierzehn und zwanzig Jahren ein, um gemeinsam mit rund acht Coaches eigene Projekte im Hackathon-Stil umzusetzen. Für zwei Tage würde ich diese Jugendlichen als Coach begleiten und ihnen helfen, ihre Ideen zu verwirklichen, oder bei Problemen zu helfen.

Nach einem umfangreichen Frühstück wurde den Teilnehmern in einem interaktiven Workshop von Unitymedia gezeigt, wie man Projektideen entwickelt, um für die kommenden Tage gewappnet zu sein. Da die Projektideen einen sozialen Bezug haben sollten, war es ein guter Einblick, mit was sich Jugendliche heute beschäftigen – vom Problem des Plastikmülls über die Integration von Flüchtlingen bis hin zum Umgang mit Politikverdrossenheit. Als Coaches haben wir den Gruppen geholfen, Antworten auf Fragen zu finden wie: Wer ist meine Zielgruppe? Welche Probleme hat diese Zielgruppe und wie könnte unsere Idee diese Probleme lösen? Man merkte schon nach den wenigen Stunden, wie engagiert und offen alle Teilnehmer sich mit den ihnen gestellten Aufgaben auseinandersetzten.

Nach dem Workshop ging es in die Pitch-Phase, jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit seine Idee vorzutragen und Mitstreiter zu finden. Manche Gruppen hatten schon ganz genaue Ideen und suchten nur technische Verstärkung. Andere wollten ihre Idee aus dem Workshop fortsetzen und wieder andere wollten einfach mal etwas ausprobieren. Nach dem Mittagessen wurden Tische und Stühle gerückt und die Gruppen bildeten sich. Wir Coaches besprachen in der Zeit, wie wir die Gruppen unterstützen können und ob wir zu bestimmten Themen spontan eigene Workshops halten können.

Während die Gruppen sich aufeinander einstimmten und einige detaillierte Zeitpläne aufstellten, bereitete ich meinen Workshop “Webentwicklung – Einstieg in HTML und CSS” vor. Der Workshop war freiwillig und ich freute mich, etwa 20 Jugendlich vor mir sitzen zu haben, die etwas über die Webseiten-Entwicklung lernen wollten. Einige davon hatten bis dato keine Erfahrungen mit Programmieren oder Coden gemacht, andere kannten schon Programmiersprachen wie Java oder C#. Gemeinsam haben wir Schritt für Schritt eine HTML-Seite erstellt und eigene HTML-Elemente mit CSS gestaltet. Der Workshop sollte vor allem die Zusammenhänge zwischen den beiden Sprachen aufzeigen. Nach fast zwei Stunden konnten die Workshopteilnehmer im Browser erste Ergebnisse vorweisen und begannen direkt, mit dem erlernten Wissen zu experimentieren. Danach ging es schnell zum Abendessen, wo ich zwischen ein paar Bissen weiter erklären sollte. Es ist toll zu sehen, wie begeisterungsfähig die Teilnehmer waren und dass sie keine Scheu hatten, uns Coaches auszuquetschen, wenn sie für ein Thema brannten.

Nach dem Abendbrot hat Andreas, ein weiterer Coach, eine Einführung in Unity gegeben, eine Gaming Engine zur Spielentwicklung. Wer nicht an den Workshops teilnahm, hat alles gegeben, um sein Projekt voranzubringen. Fast zwölf Stunden mit den Pausen waren wir nun alle auf den Beinen, als um 21 Uhr aufgeräumt wurde und alle glücklich, aber erledigt nach Hause gingen.

Tag zwei war geprägt von konzentrierter Arbeit. Wir Coaches gingen von Team zu Team und hatten immer ein offenes Ohr für die Belange der Teilnehmer. Viele Teilnehmer aus meinem Workshop erstellten ihre erste Webseite und ich war begeistert, wie schnell die ersten vorzeigbaren Ergebnisse zusammenkamen. Wo es am Tag davor noch hieß “Was ist HTML?” hörte ich heute: “Wow, das habe ich gemacht!?” Allein diese Entwicklung zu beobachten, hat dieses Camp für mich zu etwas ganz Besonderem gemacht. Alle Teilnehmer waren während des gesamten Camps mit Eifer dabei, und haben uns Coaches ausgefragt und waren kaum zu Pausen zu überreden.

Gerne wäre ich am Freitag bei der Präsentation dabei gewesen, um die großartigen Fortschritte der Teilnehmer zu sehen. Beim nächsten Mal werde ich mir das sicher nicht entgehen lassen.

Auch eine Woche später bin ich mit einigen Teilnehmern in Kontakt, um ihnen weiterhin mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Für mich war das Camp ein ungewöhnliches und besonderes Erlebnis. 80 Jugendliche, die in ihren Ferien jeden Tag zwölf Stunden coden und designen – das hätte ich nicht erwartet. Viele Jugendliche erzählten von ihren Traumberufen, bei den wenigsten gehörte die IT dazu. Dass sie trotzdem ihre wertvolle Freizeit opferten, um zu lernen und auch in ganz neue Bereiche zu schnuppern, finde ich toll. Genauso, dass es mit dem Code + Design Camp heutzutage diese Möglichkeit gibt. Und ich bin begeistert, was sich in vier Tagen mit dem richtigen Elan und Ehrgeiz alles anstellen lässt.

Hiermit möchte ich nochmal allen Teilnehmer und Coaches und vor allem den Veranstaltern herzlich danken, es war mir eine Freude euch kennenlernen zu dürfen und ich hoffe, wir sehen uns beim nächsten Camp!

 

 

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