Das war der 284. Lean Coffee Cologne

284. Lean Coffee Cologne

Zum 284. Lean Coffee Cologne kamen über 20 Teilnehmer ins Sevenval Office am Dom und nahmen an unserem langen Tisch Platz. Wir Sevenvallies haben Platz auf den “billigen” aber sehr bequemen Plätzen auf der Couch gefunden. Ein Rückblick.

Zur Begrüßung wird normalerweise das Lean Coffee Format für alle Neulinge erklärt, aber dieses Mal, zum immerhin 284. Lean Coffee Cologne, sind nur „alte Hasen“ dabei und es kann direkt losgehen. Einige schnappen sich Papier und Stift und schreiben das Diskussionsthema auf. Zu Beginn macht Jens noch den Vorschlag zu zählen, wie oft das Wort “einfach” fällt. Ein Bewusstseinsübung dafür, wie häufig man dieses Wort nutzt.

Für folgende Themen haben wir im Anschluss gevotet und diskutiert:

Scrum Team – 3 gegen 1

Manchmal klappt es nicht so gut mit einer Teamkonstellation. Im konkreten Beispiel besteht das Entwicklerteam aus vier Personen, wobei sich drei bei einer Entscheidung oft relativ schnell einig sind, der Vierte sich aber immer weiter abzukapseln droht und nicht von seinen Ansätzen abrücken möchte. Das Developer Team arbeitet also eher gegeneinander als miteinander. Der Konflikt hat sich schon ziemlich zugespitzt und es wird nun für alle unangenehm. Was tun?

Die Tipps:

  • Bewusstsein schaffen, dass es gut ist, wenn nicht immer alle einer Meinung sind. Denn eigentlich ist es positiv, dass man verschiedene Sichtweisen einbezieht.
  • Regeln für “gewaltfreie Kommunikation” aufstellen
  • Feedbackkultur üben und positive Ansätze vorstellen
  • Es gibt einige Modelle oder Ansätze zum Konfliktmanagement, zum Beispiel von Friedrich Glasl.
  • Die Details zu einer Diskussion verlassen und sich dem übergeordneten Ziel nochmal bewusst werden. Vielleicht klappt es im zweiten Anlauf besser mit dem Konsens.

No problem is a problem

Das Scrum Team ist zufrieden und entspannt, obwohl das Ergebnis nicht stimmt. Der agile Coach erkennt, dass das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft ist. Was kann man tun, um das Team “wachzurütteln”?

  • Transition einleiten und die Schwächen des aktuellen Produkts aufzeigen.
  • Die Ziele in viele kleine Zwischenziele aufteilen und über den zeitlichen Verlauf setzen. Durch Aufteilung in kleinere Aufgaben und Vorstellung der Zwischenergebnisse könnte eine (Wettbewerbs-) Dynamik im Team entstehen.
  • Spielerisch durch „kreatives Zerstören“: Wie könnte man das Produkt am schnellsten kaputt machen … – und dann wieder aufbauen? Wie würde das perfekte Produkt aussehen?

Entscheiden fällt immer schwerer

Tritt es bei anderen Scrum Teams auch auf, dass die Entscheidungen nicht mehr so leicht getroffen werden können? Wenn ja, was kann man dagegen tun?

Mögliche Ursachen:

Es mangelt an …

  • Expertise oder Zeit für das Produktverständnis;
  • Autorität um Entscheidungen zu treffen;
  • Resilienz, den Mut mancher Stakeholder auch mal die Stirn zu bieten;
  • und Motivation.

Ideen:

  • der PO muss nicht immer die Entscheidungen allein treffen, sondern kann sich vom Team den Rücken stärken lassen
  • Entscheidungen auslagern, manches Feedback von Außen einholen
  • kollegiales Coaching vom eigenen Team
  • Box oder Kalender mit Lebensweisheiten als kleine alltägliche Motivation

Technische Stories in den Sprint einplanen

Manche Produktoptimierungen sind hauptsächlich von den Entwicklern getrieben. Ist es wirklich ratsam diese in den Sprintplan aufzunehmen, obwohl sie nicht direkt einen Nutzen für die Stakeholder bieten?

  • technische Updates oder Architektur-Optimierungen immer sinnvoll begründen
  • transparent machen, worin der Nutzen liegt
  • extra Backlogs vermeiden
  • bei der Sprintplanung: nach Möglichkeit ein ausgewogenes Verhältnis der sichtbaren und weniger sichtbaren Ergebnisse beschließen

Fazit: Einfach ist es einfach nie

Danach war eine Stunde 284. Lean Coffee Cologne auch schon vorüber – und insgesamt wurde 26 Mal das Wort “einfach” gezählt. Jens meint: Das war gar nicht so oft, er habe das schon anders erlebt. Eigentlich ist es ja gar nicht so einfach sich innerhalb weniger Minuten in Andere hinein zu versetzen. Die Bedeutung muss man sich ab und zu mal bewusst machen.

Beim 284. Lean Coffee Cologne habe ich interessante Einblicke in verschiedenen Situationen und vor allem jeweils in die Teamdynamik und persönlichen Befindlichkeiten gewonnen. Ideen zur Verbesserung hatten wir viele, aber einfach ist es nie…

[Hier noch ein Rückblick auf den 273. Lean Coffee Cologne, der ebenfalls bei Sevenval stattfand.]

284. Lean Coffee Cologne

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