Hello IT: Aus der Praxis der IT-Arbeitswelt

Wie sagt man so schön: „Einmal ist keinmal“. Dieses Motto habe ich mir zu Herzen genommen und Ende Januar innerhalb von drei Tagen gleich zweimal das bib International College in Bergisch Gladbach unsicher gemacht. Angefangen mit Donnerstag, dem 17.01., an dem ich wie schon im letzten Jahr gemeinsam mit meinem Kollegen Marvin einen Workshop zur Versionsverwaltung mit Git gehalten habe. Meinen Bericht zum Workshop aus dem Vorjahr kann man auch hier im Blog nachlesen: “Ein Tag lang Git oder wie ich zum bib zurückkehrte”.

Nur zwei Tage später war ich noch einmal zu Gast am bib. Diesmal wurde ich als bib Absolvent dazu eingeladen, einen Vortrag beim Tag der offenen Tür zu halten, in dem ich Einblicke in den Beruf des Entwicklers geben sollte.

Hello IT

Unter dem Titel “Hello IT – Aus der Praxis der IT-Arbeitswelt” präsentierte ich verschiedene Aspekte meines Arbeitsalltags und des IT-Arbeitsmarktes. Herausfordernd für mich war das sehr gemischte Publikum von etwa 30-40 Personen, das aus Studenten und Dozenten, aber auch aus Schülern und/oder deren Eltern bestand, die noch wenig oder keine IT-Erfahrung haben. Ich hatte aber den Eindruck, dass ich auch das fachfremde Publikum nicht vollkommen abgehängt habe, wenn ich in Details eingestiegen bin oder mit dem ein oder anderen Fachbegriff um mich geworfen habe.

Im ersten Teil des Vortrags stellte ich dar, was in einem modernen Arbeitsumfeld von einem Entwickler erwartet wird. Das sind zum einen recht offensichtlich die Hardskills, also berufstypische Qualifikationen, die man sich durch Studium, Ausbildung und praktische Erfahrung aneignet. Zu einzelnen Fähigkeiten wie “Kenntnisse in Programmiersprachen”, “sauberen und lesbaren Code schreiben” etc. erläuterte ich, warum diese wichtig sind. Mit Hilfe von teils sehr lustigen Anekdoten konnte ich außerdem aufzeigen, was passieren kann, wenn der ein oder andere Skill noch nicht so gut beherrscht wird.

Mindestens genauso wichtig wie die Hardskills sind meiner Meinung nach die Softskills. Diese außerfachlichen bzw. fachübergreifende Kompetenzen betreffen eher die Persönlichkeit eines Menschen und gehen über dessen fachliche Fähigkeiten hinaus. Softskills sind schwieriger zu erlernen und nur schwer objektiv zu beurteilen. Im Berufsleben ist Teamfähigkeit natürlich essentiell, zweitrangig ist dabei ob man ein guter passiver Teamplayer ist oder aktiv Einfluss auf die Dynamik des Teams nimmt. Wie man mit Kritik und Konflikten umgeht ist im Team genauso wichtig wie die Bereitschaft und Fähigkeit, sein eigenes Wissen mit anderen zu teilen. Aber der wichtigste aller Softskills ist eigentlich die Motivation. Diese sollte nicht nur von äußeren Faktoren getrieben sein, sondern vor allem auch aus eigenem Antrieb aufrecht erhalten werden. Denn nur wer für seinen Job brennt, kann auch richtig gut darin werden.

Chancen bietet der Arbeitsmarkt einem Softwareentwickler momentan auf jeden Fall genug. Die Jobangebote sind vielfältig und in großer Anzahl vorhanden, wie man auch an den offenen Stellen bei uns sehen kann. Auf diese Perspektiven in der IT-Branche legte ich dann auch den Fokus im zweiten Teil meines Vortrags. Untermauern konnte ich meine Aussagen dabei vor allem durch Fakten aus der Stack Overflow Entwicklerumfrage 2018. Einige der darin ermittelten Zahlen überraschten mich selbst, als ich sie das erste Mal las – so gaben z.B. deutschlandweit nur 2,7% der Befragten an, nicht berufstätig aber arbeitssuchend zu sein. Wie hoch die Motivation unter den Entwicklern ist, kann man indirekt daran ablesen, dass fast 85% auch außerhalb der Arbeitszeit programmieren und fast jeder zweite sich an Open-Source-Projekten beteiligt. Bei meinem Kollegen Marvin und mir ist es zum Beispiel Marvin, der in seiner Freizeit einer der Core-Developer bei preact ist 😉

Alles in allem kam der Vortrag wohl sehr gut an. Ich hoffe, ich konnte zumindest einen Teil des Publikums davon überzeugen, dass der Weg in die IT der richtige war bzw. ist. Eventuell startet ja der ein oder andere Zuhörer sein Studium am bib und ich sehe sie oder ihn nächstes Jahr beim alljährlichen Git-Workshop wieder.

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