Meetup: Berlin UI/UX Designers zu Gast bei Sevenval

Vergangene Woche waren wir bei Sevenval zum ersten Mal Gastgeber des Berlin UI/UX Meetup. Im Vorfeld hatte ich mich bereits sehr auf den Austausch mit anderen Designern gefreut, aber auch die Vortragsthemen klangen ziemlich spannend. Zur Begrüßung der Gäste und Kollegen aus dem Bereich User Interface und User Experience Design gab es kühle Getränke und leckere Snacks in unserer Küche. So ergaben sich schnell die ersten Kontaktmöglichkeiten und der gegenseitige Austausch zu Fachthemen konnte beginnen.

Talk 1: Starting UX in FlixBus

Nach einer kurzen Einleitung zu Sevenval als Gastgeber ging es dann richtig los. Luky Primadani teilte im ersten Vortrag des Abends ihre Erkenntnisse zum Thema „Starting UX in FlixBus mit den Teilnehmern des Meetups.

Die Integration von UX-Ansätzen in die Produktentwicklung innerhalb des Fernbusunternehmens ist eine ganz besondere Herausforderung, da Management und Teams die gemeinsame Entwicklung mitgestalten sollen. Man nutzt hierbei den User Centered Design Approach als Framework bei der Verbesserung und Entwicklung von Features.

Aufgrund begrenzter Ressourcen und Zeit hat man sich bei FlixBus dazu entschlossen, überwiegend mit Usertests zu arbeiten. Mit ca. 1000 Mitarbeitern und über 80 Millionen Fahrgästen pro Jahr ist FlixBus eines der führenden Fernbusunternehmen in Europa und verfügt durch diese breite Nutzerbasis über tolle Möglichkeiten, schnell und unkompliziert direktes Feedback einzuholen.

Hier genügt es oft schon, mit einem Prototypen an die nächste Haltestelle zu gehen und die Fahrgäste um Feedback zu bitten oder zu gewünschten Features zu befragen. Standortübergreifender Austausch sowie Onsite User Testings mit Mitarbeitern und Kunden unterstützen die Weiterentwicklung hauseigener Dienste und führen oft zu unerwarteten Lösungen.

FlixBus helfen diese Tests dabei, Produktanforderung zu verbessern und Dienste zu optimieren. So erhöhte beispielsweise eine relativ kleine Veränderung eines Schriftgrades in kurzer Zeit spürbar die Anzahl der Sitzungen auf der eigenen Webseite.

Am Ende ist es dabei immer wieder von Bedeutung, die gewonnenen Erkenntnisse mit dem gesamten Team zu teilen, sei es per Video, Blogpost, in Sprint Reviews oder Communities, um die entsprechende Akzeptanz zu erzeugen und das Management bei Entscheidung mit ins Boot zu holen.

Talk 2: The Mechanics Of Finding A Great Design Job

Durch den zweiten Teil des Abends führte Andree Huk von Blended.io mit seinem kurzweiligen Vortrag zum Thema “The Mechanics Of Finding A Great Design Job“.

Die Suche nach einem Job im UX Design gestaltet sich oft langwierig und die passende Stelle ist oft nicht so leicht zu finden, da die Ansprüche im Bereich Engineering und Design meist sehr hoch und unterschiedlich sind.

Basierend auf seinen persönlichen Erfahrungen bei der Jobsuche, aber auch als Arbeitgeber auf der Suche nach geeigneten Talenten, machte Andree darauf aufmerksam, dass es sich lohnt, ein wenig mehr in den Bewerbungsprozess zu investieren, um am Ende die gewünschte Position im Unternehmen zu bekommen.

Viele Bewerber haben das Problem, dass sie in erster Linie nur über sich selbst schreiben und ihren eigentlich Kunden außer Acht lassen: das Unternehmen, bei dem sie sich vorstellen. Hinzu kommt, dass das eigene Portfolio oft nur eine kleine Rolle spielt, wichtiger ist es, auf dem richtigen Markt unterwegs zu sein. Sucht die Firma wirklich jemanden mit den eigenen Fähigkeiten? Sind Soft-Skills für die gesuchte Stelle vielleicht wichtiger als die Fähigkeit, ein bestimmtes Tool zu beherrschen?

Jeder behauptet von sich selbst, dass er der Tollste ist und alles am besten kann. Was aber oft auf der Strecke bleibt, ist die Frage, warum gerade dieser Kandidat das Unternehmen entscheidend weiter bringen sollte.

Manchmal kann sich auch Hartnäckigkeit bezahlt machen: Wer im laufenden Bewerbungsprozess freundlich nachhakt und klar kommuniziert, bis er eine Rückmeldung erhält, hat so die Möglichkeit, beim potentiellen Arbeitgeber einen zusätzlichen positiven Eindruck zu hinterlassen.

Dem Bewerber sollte klar sein, dass er die Lücke zwischen sich und der Firma füllen muss. Er muss herausfinden, was der Arbeitgeber will und sein Problem lösen, denn Arbeit ist letztlich ein Handel von Geld für Zeit.

Andree’s Tipp: Networking! Kontakte knüpfen und dran bleiben. Wenn man spannende Kontakte trifft, sollte man sich über die bekannten Business-Netzwerke verbinden. Gesprächsnotizen helfen dabei, zu einem späteren Zeitpunkt aktiv auf den Kontakt zuzugehen und Bezug auf das Kennenlernen zu nehmen. So bleibt man in Erinnerung und kann über diese Beziehungen wiederum an anderer Stelle vorgestellt werden.

Warum sich (m)ein Meetup-Besuch in jedem Fall lohnt

Ich muss ehrlich zugeben, dass das Meetup der Berlin UI/UX Designers das erste Meetup war, an dem ich bislang teilgenommen habe. Umso cooler war es, dass das Meetup direkt bei uns im Kreuzberger Office stattgefunden hat und ich so direkt “mittendrin” war. Mittendrin trifft es ganz gut, denn mit über 90 Designern hätte ich tatsächlich nicht gerechnet.

Und für alle, die genau wie ich zuvor noch nie bei einem Meetup waren, zum Schluss noch sieben gute Gründe, dies unbedingt mal zu machen:

1. Du lernst bei einem kühlen Bier neue Menschen kennen, mit denen du mindestens eine große Leidenschaft teilst, denn sie interessieren sich für dasselbe Meetup wie du.

2. Du kannst dich mit Gleichgesinnten (in meinem Fall UX Designer) austauschen.

3. Die Atmosphäre ist einfach super entspannt.

4. Du bekommst neue Impulse aus den Talks und den anschließenden Diskussionen.

5. Du profitierst von Erfahrungen deiner Branchenkollegen.

6. Du merkst, dass andere im Alltag mit ähnlichen Baustellen zu kämpfen haben.

7. Dir wird bewusst, an was für coolem Scheiß du selbst arbeitest, wenn du siehst, wie andere darauf reagieren. (-:

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