Morgens früh um acht in Köln: Lean Coffee #305

Endlich habe ich es mal geschafft, von Anfang an beim Lean Coffee dabei zu sein. Sonst bin ich meist erst gegen Ende der Veranstaltung reingeschneit, es geht ja doch recht früh los 😉 Kaum hatte ich ein Croissant auf dem Teller, da wurden auch schon die ersten Themen gepitcht.

Danach drängten wir zum Kanbanboard, um die einzelnen Themen zu gewichten.

Als agiler Coach neu in einem Unternehmen: Was sind die Herausforderungen?

Ich bin zwar selbst kein Coach im klassischen Sinne, allerdings viele der Herausforderungen kenne ich aus meinem Arbeitsalltag ebenfalls. Mit jedem neuen Kunden oder neuem Projekt müssen schließlich Rollen und Strukturen definiert, aufgesetzt und vor allem auch verstanden und „gelebt“ werden. Gerade letzteres fällt vielen oft schwer. Zudem kommen im Laufe der Zeit immer wieder grundsätzliche Defizite beim agilen Projektmanagement zum Vorschein, die angegangen werden müssen.

Auch wurde über Vorgehensweisen gesprochen, mit denen sich solche Herausforderungen adressieren lassen: Sollte man bewährte eigene Strategien, Strukturen sowie Pattern mitbringen und beim Kunden implementieren? Oder sollte man versuchen, erst mal genauer zu verstehen, vor welchen Problemen der Kunde steht und dann gemeinsam mit allen beteiligten Abteilungen neue Strategien entwickeln? Wichtig ist in jedem Fall die Kommunikation untereinander: Der Kunde hat sich Unterstützung eingekauft, um agile Prozesse – und größer gedacht: die digitale Transformation – zu bewältigen. Also gilt es herauszufinden, was bislang schlecht oder gar nicht funktioniert hat, um gemeinsam Lösungswege zu finden.

Product Ownership: Ganzes Team oder dedizierte Rolle?

Die zentrale Frage hierbei war, ob eine Product Ownership auch vom ganzen Team übernommen werden kann anstatt einer einzelnen Person mit der dedizierten Rolle als Product Owner.

Dies ist für mich eine hypothetische Frage. Ich finde, dass sich ohnehin jedes Teammitglied vom Mindset her für das gemeinsame Produkt verantwortlich fühlen sollte und auch verantwortlich ist. Das löst die Rolle des Product Owner jedoch nicht auf – Themen und Features muss immer noch jemand übergreifend priorisieren, Anforderungen aufnehmen, planen/organisieren und qualitativ für die Stakeholder aufbereiten usw.

Retros: Effizienz trotz vieler Personen und wenig Zeit?

Wie soll man in Retros mit 15 oder mehr Personen und gefühlt viel zu wenig Zeit noch effizient Themen erörtern und bearbeiten können? Das ist eine echte Herausforderung in manchen Projekten.

Wir haben über unsere Erfahrungen gesprochen und Ideen ausgetauscht, wie man damit umgehen kann. Einige Lösungsvorschläge befassten sich mit bestimmten Moderationstechniken. Andere legten den Fokus eher auf eine erhöhte Schlagzahl regelmäßiger Retros, um die einzelnen Termine kurz halten zu können.

Nächstes Mal mit Butter!

Leider musste ich den Lean Coffee 20 Minuten vor Schluss schon verlassen – ein Kundentermin stand an. Aber ich werde wiederkommen. Wenn es dann noch Butter fürs Croissant gibt, komme ich auch wieder pünktlich zu Beginn 😉

Toll fand ich auf jeden Fall, dass wir viele Schnittmengen gefunden haben, die zeigen, dass wir alle mit ähnlichen Herausforderungen kämpfen. Keiner ist allein mit den Problemen des agilen Alltags. Auch wenn nicht jeder zu jedem Thema Zugang fand, so nehmen wir alle doch neue Inspiration mit und können unsere Methoden evaluieren.

Mein persönliches Highlight des Morgens: Ein Teilnehmer wollte unser neues 2-Meter-Touchdisplay als Post-it Blackboard missbrauchen 😀

Sketches von @DrS_Schmitz

Sabrina hat den Lean Coffee auf zwei Seiten toll zusammengefasst:

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