Treffpunkt Product People: Mein Tag auf der Unkonferenz

Letzten Freitag ging es für unsere Projektmanager Ina und Jens und mich raus aus dem Projektalltag und ab zur Product People! Der Tag war für mich gleich mit zwei Premieren verbunden: Zum einen war ich zum ersten Mal dabei und zum anderen gab es bei der vierten Auflage der Product People zum ersten Mal feste Konferenz-Tracks, von denen ich einen mit einem Talk zum Thema “Project Manager oder Product Owner? Die Helden des Kundengeschäfts” füllen sollte…

Open Space trifft auf Konferenzprogramm

Was mir schon im Vorfeld an der Product People gefallen hat? Der Gedanke einer “Unkonferenz”, also dass freien, von den Teilnehmern angeregten Sessions der Großteil der Zeit eingeräumt wird. So konnte nach der Begrüßung jeder Sessions vorschlagen und sie vor den rund 120 Teilnehmern pitchen. Danach wurden die Themen den Räumen und Zeiten zugeordnet, es gab noch letzte Abstimmungen und schließlich stand das Programm mit mehr als 30 Sessions – und damit die Chance, sich mit anderen zu genau den Themen auszutauschen, die einen wirklich bewegen. Zu den Open Space Sessions kamen neun feste Talks hinzu sowie eine Keynote von Dominique Winter zum Thema “Wie wir Produkte emotional aufladen”.

Mein Talk: “Project Manager oder Product Owner? Die Helden des Kundengeschäfts”

Ich habe zur Product People ein Thema mitgebracht, das mich schon seit Längerem bewegt, das ich diskutieren wollte und zu dem mich die Meinungen anderer Product Owner, Projektmanager und Agilisten interessierte. Im Projektgeschäft entwickeln wir diverse Produkte für Kunden – vom Carkonfigurator bis zur komplexen Buchungsstrecke. Klar, dabei muss es natürlich immer jemanden geben, der sich mit dem zu entwickelnden Produkt identifiziert, der die Vision dahinter entwickelt und andere dafür begeistert. Quasi ein Product Owner.

Doch was, wenn es diese Person nicht gibt, der Kunde nicht die Zeit dafür hat oder ihm die Ownership-Erfahrung fehlt? Häufig wandert diese Rolle also zu uns – und plötzlich wird der Project Manager zum Product Owner. In meinem Vortrag bin ich genau hierauf eingegangen und habe ein Beispiel aus der Praxis mitgebracht, an dem wir jede Menge lernen konnten – und das bei der Product People zu reger Diskussion und spannenden Gesprächen nach meinem Vortrag geführt hat.

Mein Highlight: “(Wie) kann Versicherung sexy sein?”

Von den von mir besuchten Sessions hat mich vor allem die Session “(Wie) kann Versicherung sexy sein?” weitergebracht. Da wir selbst bei Sevenval viele Projekte für Kunden aus der Insurance-Branche realisieren, stehen wir vor oft genug vor dieser oder ähnlichen Fragen. Bei der Product People haben wir zusammen ziemlich gute Ideen entwickelt – mit dem Ergebnis, dass Versicherungen definitiv sexy sein können. Ich fand vor allem den Gedanken spannend, Versicherungen nicht mehr mit Leistungsbausteinen zu verknüpfen, also im Sinne von: Es gibt zum Thema Risikolebensversicherung ein kleines, ein mittleres und ein großes Paket. Stattdessen gehen neue Ansätze in die Richtung, Technologien und Insurance zu verbinden. Ein Beispiel, das aufkam: eine Verknüpfung einer Sport App mit dem Versicherungstarif. Wer Sport treibt, zahlt weniger. Klingt gut, oder?

Ebenfalls spannend war die Session “Eigenverantwortung in Scrum-Teams oder mehr Kontrolle zwischendurch”. Die Session hat mir gezeigt, dass viele von uns im Alltag vor den gleichen Herausforderungen stehen – und wir schon viele gute Lösungsansätze umsetzen. Die Krux mit dieser Eigenverantwortung ist die Komplexität dahinter. Oder wie sagt man in Köln so schön? Jede Jeck is anders. Es gibt Menschen, die wollen einfach nur Tasks abarbeiten. Es gibt Menschen, die wollen sich einbringen. Menschen, die viel oder wenig kommunizieren wollen. Wie viel Eigenverantwortung tut also wem gut? Häufig ist es ein Mix, der das Projektteam erfolgreich werden lässt. Entsprechend gilt es, sich mit jedem Einzelnen individuell auseinanderzusetzen und herauszufinden, wie man dessen Motivation aufrecht halten kann. Und dabei geht es nicht immer um mehr Eigenverantwortung …

Product People = Input, Networking und Inspiraton

Der Tag bei der Product People hat sich für mich definitiv gelohnt. Mir hat es Spaß gemacht, einen eigenen Talk vorzubereiten und zu halten, mich mit anderen Leuten aus der Produkt- und Projektmanagement-Welt auszutauschen und neue Anregungen zu gewinnen. Außerdem war es cool, viele bekannte Gesichter von den Lean Coffees wiederzusehen.

Einen kleinen Abzug in der B-Note gibt es von mir dann allerdings doch: Für meinen Geschmack waren es zu viele Sessions und Talks nebeneinander. Während die Open Space Sessions in kleineren Gruppen gut funktionieren, hätten den Vorträgen im klassischen Konferenzteil mehr Zuhörer gut getan. Ich glaube sogar, dass die Product People von den offenen Sessions lebt und es die Konferenz-Tracks nicht unbedingt braucht. Ansonsten war es ein rundum gelungener Tag! Die Unkonferenz war super sympathisch gemacht, die Orga perfekt, die Verpflegung lecker und es gab sogar eine Sevenval Chillout Area – was will man mehr?! 😉

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