Sevenval beim Code + Design Camp Berlin

UX Coaches aus dem Team Sevenval beim Camp: Mandy (rechts) und meine Wenigkeit, Laura

Letzte Woche fand in Berlin das Code + Design Camp statt und wir waren als Coaches mit vor Ort. Wir, das waren die beiden Entwickler Stefan und Fred und wir Mädels aus dem UX-Team, Mandy und meine Wenigkeit : )

Das Camp bietet Jugendlichen im Alter von 13-22 Jahren die Möglichkeit, sich ein Bild vom Berufsleben des Entwicklers und des Designers zu machen. Unter den Jugendlichen – eine ausgewogene Verteilung von Jungs und Mädels, Neulingen, Fortgeschrittenen, Berlinern/innen und jungen Interessierten aus ganz Deutschland. Ein Junge nahm sogar den Weg aus Madrid auf sich, um an dem Camp teilnehmen zu können.

Ziel des Camps war es, in Teams etwas auf die Beine zu stellen, an dem vier Tage lang getüftelt und am Ende allen Teilnehmern und Coaches präsentiert werden kann. Das konnte eine App, eine Website, ein Game o.ä. sein – der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt (also ganz getreu dem Hackathon-Format). Ich konnte leider nur an zwei Tagen dabei sein, aber auch das war eine sehr interessante Erfahrung.

Der erste Tag startete erstmal ganz gemütlich mit Kaffee und Croissants. Ankommen und Überblick verschaffen, war hier die Devise 😉 Der Kaffee war genau das Richtige bei dem anfänglichen Trubel. Es war sehr voll und laut (circa 80 Teilnehmer/innen plus Coaches).

Da kam eine kleine Kennenlernrunde wie gerufen. Zunächst stellten sich die Coaches vor. Ungefähr 15 erfahrene Profis aus der Wirtschaft standen in den Startlöchern, um den Teilnehmer/innen die nächsten Tage mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Allesamt waren wir Neulinge in dem Gebiet und noch etwas aufgeregt, da wir selbst nicht so recht wussten, was uns erwartet. Darauf folgte ein Speed Dating. Auf diese Weise rutschte man schnell in lockere Gespräche und lernte verschiedene Charaktere und Interessen kennen.

Die Stimmung war nun etwas aufgelockert – es ging an die Projektfindung. Vorweg ist zu sagen, dass einige der Jugendlichen schon zum wiederholten Mal bei einem der deutschlandweiten Camps dabei waren. Sie wussten also wie der Hase läuft und brachten direkt konkrete Projektideen mit. Andere hatten jedoch noch gar keine Vorstellung, mit was sie sich die nächsten Tage beschäftigen werden.

Zur Unterstützung der Themenfindung ordneten sich die Kids verschiedenen Themenfeldern zu, u.a. Familie, Organisation, Schule. In diesen Gruppen wurden Probleme und mögliche Lösungsansätze herausgearbeitet. So entstand zum Beispiel die Idee einer App für Zeitmanagement im Rahmen des Themenfeldes Organisation oder die einer Motivations-App mit dem Namen “Motivational”. Die Ideen wurden vor allen Teilnehmer/innen gepitcht. Hier stand im Vordergrund, Team-Mitglieder zu akquirieren.

Die Gruppen waren nun fix und es konnte mit der Konzeption beginnen. Die Jugendlichen waren kaum zu stoppen. Direkt wurden kostenlose Programme wie Paint oder Gimp geöffnet und es wurde wie wild gezeichnet und skizziert. Hierbei hielten wir uns als Coaches etwas im Hintergrund und gaben nur vereinzelt Hilfestellungen für nützliche  Herangehensweisen oder praktischere Tools.

Die Planungsphase wurden am Nachmittag von hohem Besuch unterbrochen. Unsere Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries stattete dem Camp einen Besuch ab und stand in einer lockeren Gesprächsrunde zu Fragen der aktuellen und zukünftigen Wirtschaftslage Rede und Antwort. Die Kids scheuten sich nicht. Ganz im Gegenteil, die Fragerunde musste aus zeitlichen Gründen abgebrochen werden.

Im Anschluss wurde bis zum Abend fleißig weiter an der Konzeption gearbeitet. Der erste Tag und auch wir Coaches näherten uns dem Ende entgegen. Die Jugendlichen sind nach zwölf Stunden erst so richtig in Fahrt gekommen und waren nicht zu stoppen. Wir hingegen nahmen den Feierabend dankend an.

Am zweiten Tag haben wir Coaches uns in den kleinen Gruppen den Zwischenstand präsentieren lassen. Wahnsinn, was die Jugendlichen schon am ersten Tag auf die Beine gestellt haben. Ein Team trumpfte bereits mit ersten Entwürfen eines Türöffners auf, der mittels eines im Smartphone integrierten NFC-Chips Schlösser öffnen kann. Andere legten Logoentwürfe vor oder erste Skizzen von Charakteren eines Clicker Games. Im weiteren Verlauf des Tages ging es tiefer in die Umsetzungsphase. Die Jugendlichen kamen gezielt auf uns Coaches zu und stellten spezifische Fragen. Ein schönes Gefühl war es, ihnen weiterhelfen zu können und als Dankeschön strahlende Gesichter zurück zu bekommen.

Die rauchenden Köpfe wurden mittags mit einem Päuschen aus ihren Projekten geholt. Mit was kann man Jugendliche ganz einfach glücklich machen? Natürlich mit PIZZA!!! Und das auch noch am Arbeitsplatz. Die Ansage: „Gesittet holt sich jeder zwei Stück“, half da nicht mehr. So groß die Freude und das anschließende Chaos. Aber dafür waren alle wieder gestärkt und es konnte weitergehen.

Da vermehrt ähnliche Fragen zu Programmierung und App Design aufkamen, beschlossen wir Coaches, drei freiwillige Workshops anzubieten. Silvio – Programmierer und Software-Engineer – startete mit HTML-Grundlagen, darauf folgte Christoph mit Java. Auch Mandy aus unserem Sevenval-Team, bereitete spontan einen Lehrgang zu App-Design vor. Mit dem Interface Design Web Tool Figma (ähnlich dem Programm Sketch), wurde gemeinsam die Startseite von Instagram nachgebastelt, um die wichtigsten Features kennenzulernen. Nun konnten die Jugendlichen den Input in ihre Projekte einfließen lassen.

Zum Abschluss des Tages stand Berufsorientierung auf dem Plan. Wir Coaches erzählten über uns und unseren Alltag im Job. Im Anschluss wurden gezielte Fragen von Interessierten gestellt.

Für mich endete hier das Code + Design Camp. Leider habe ich nur die Zwischenergebnisse sehen können, doch die zwei Tage zeigten mir: Die nächste Generation hat es ganz schön drauf. Interessant war auf jeden Fall zu beobachten, wie hier miteinander gearbeitet wurde. Gab es Probleme in einem Team, kamen andere Teilnehmer/innen zur Hilfe. Man gab sich gegenseitig faires Feedback und ich denke, niemand ging ohne ein Erfolgserlebnis und neuen Erkenntnissen nach Hause.

Auch für mich als Coach war es ein tolles Erlebnis, etwas weitergeben und helfen zu können. Beim nächsten Mal bin ich gerne wieder dabei!

Laura (Werkstudentin UX Design @ Sevenval)

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