Woodhack 2018 – Als ich den [Gift]Ninja erfand

Nach dem Woodhack ist vor dem Woodhack. Nach meinem ersten Woodhack im letzten Jahr habe ich mich echt auf den diesjährigen Woodhack gefreut. Nicht nur, weil ich innerhalb des letzten Jahres Teil der Sevenval-Familie wurde, sondern auch, weil ich schon lange eine Idee im Kopf habe, die ich versuchen wollte, beim Woodhack unterzubringen.

Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir Donnerstag am frühen Nachmittag vom Kölner Office nach Fulda. Die Stimmung im Auto war super, daran konnten auch die Unwetter auf der Strecke nicht viel ändern. Kurz vor unserem Ziel, das auch wie im letzten Jahr der Grashof in Fulda war, klarte der Himmel auf. Quer über Wiesen und Felder ging die Reise in die Natur, passend zum Namen unseres Hackathons: Woodhack. Dieses Jahr bezog ich ein Zimmer im Neubau, dessen Flur mehr an ein Gewächshaus erinnerte.

Nachdem alle Kollegen aus Köln und Berlin heil und pünktlich angekommen waren, gab es Abendessen, bevor wir in die Pitch-Phase starteten. Jeder, der eine Idee hatte, durfte sie vorstellen und Mitstreiter werben. Einige hatten sehr genaue Vorstellungen und auch schon die ersten Vorarbeiten geleistet, andere hatten während der Autofahrt Ideen entwickelt. So kamen am Ende elf Projektteams zustande. Auch meine Idee unter dem Arbeitstitel ‘surprise.me’ fand genug Anhänger, um nach fast vier Jahren aus meinem Kopf zu Code verarbeitet zu werden.

Man merkte dem Woodhack an, dass er nun zum sechsten Mal stattfand. Die Organisation und auch die Teilnehmer waren routiniert und begannen sofort mit der Arbeit. Das Team ‘surprise.me’ hatte das Ziel, einen Amazon-Wunschzettel auszulesen und bis zu einem wählbaren Betrag ein Produkt auszuwählen und zu bestellen. Diese Idee kam mir, weil ich einen sehr großen Wunschzettel habe und mich davon gern selbst beschenken würde, aber der Überraschungseffekt da einfach verloren geht. Und im Idealfall könnte man surprise.me auch benutzen, um seine Liebsten automatisch zu beschenken – sinnvoll für all jene, die sich Geburtstag oder Jahrestag einfach nicht merken können.

Schnell mussten wir jedoch feststellen, dass nicht nur die Domain surprise.me schon vergeben war, sondern auch, dass es aktuell nicht so einfach möglich ist, automatisiert eine Bestellung auszulösen. Jeder, der schon mal bei Amazon bestellt hat, kennt den mehrschrittigen Weg vom Warenkorb bis zum abschließenden “Jetzt kaufen” sicherlich.

Diesen Herausforderungen stellten wir uns meisterlich. Auch darum geht es beim Woodhack, bei Problemen schnell eine Lösung finden, denn am Freitag um 18 Uhr wollten wir ja ein tolles Ergebnis präsentieren. Statt also einen kompletten Bestellprozess zu initiieren, entschieden wir uns, für die aktuelle Ausbaustufe unseres Prototypen eine Auswahl aus zwei Produkten anzubieten.

Am Freitagmorgen war auch die richtige Domain gefunden. Mit der Domain wurde auch direkt das Maskottchen erfunden, das Teammitglied Wilhelm direkt gezeichnet und digitalisiert hat: der Gift-Ninja. Mit dem Maskottchen war auch unser spielerischer Ehrgeiz so richtig geweckt: Wir animierten den Ninja, der als SVG vorlag, und ließen ihn mittels JavaScript blinzeln und Geschenke werfen. Vielleicht haben wir darüber auch etwas unser Ziel aus den Augen verloren, aber es war toll, den Ninja über die Seite schleichen zu lassen und Kommentare für den User aufzusagen.

24 Stunden nach Start des Woodhack hieß es dann am Freitagabend Punkt 18 Uhr für alle Teams: Die Zeit ist um! Jedes Team würde nun seine Projekte vorstellen. Den Anfang machte das Team Seven-Klotz, das dieses Jahr dem Namen Woodhack alle Ehre machte. Die ganze Zeit wurde bei ihnen gesägt und geschliffen, um am Ende einen Kubus zu haben, der als physischer Build-Agent genutzt werden kann. Vollkommen zu Recht gewann das Team am Ende auch den Woodhack und die Teammitglieder bekamen eine Urkunde und den goldenen Woodhack-Sticker verliehen.

Jedes der 11 Projekt-Teams zeigte am Ende ein durchaus benutzbares Produkt, das in nicht mal 24 Stunden entstand. Ob nun aus Holz, ein URL-Shortener, eine Webseite für den Woodhack oder das interne Schulungstool. Alle waren fleißig und sichtlich stolz auf ihre Ergebnisse.

Zum Glück hatte sich das Wetter auch Freitagabend gehalten und wir konnten draußen Grillen, lecker Fleischspieße und Salat essen und gemeinsam mit einem oder zwei oder drei Bierchen den Abend ausklingen lassen. Die kurze Nacht von Donnerstag auf Freitag machte sich jedoch bei jedem irgendwann bemerkbar und die Mannschaft löste sich auf. Samstag ging es nach dem Frühstück zurück nach Köln und Berlin. Obwohl wir nur zwei Tage weg waren, fühlt sich der Woodhack doch immer wie eine Klassenfahrt an, die locker eine Woche dauert, vielleicht auch einfach wegen der vielen Eindrücke und nicht nur wegen des Schlafmangels.

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