Zwischen Kaffee, Kanban Board und Donuts: 249. Lean Coffee Cologne on Tour

Wenn schon morgens um kurz nach 8:00 am langen Tisch bei uns im Kölner Office so viele Leute sitzen, ist entweder Dienstag, an dem wir mit einem leckeren Teamfrühstück gemeinsam in den Tag starten, oder Freitag und die Kölner Lean Coffee Community ist bei uns zu Gast. Heute ist letzteres der Fall und inzwischen zum dritten Mal haben sich zahlreiche frühe Vögel aus der agilen Projektmanagement-Welt bei uns eingefunden, um sich auszutauschen, zu diskutieren und zu fachsimpeln.

Das Lean Coffee Format und die Themen beim 249. Lean Coffee

Agenda? Gibts beim Lean Coffee nicht! Kaffee hingegen schon – und heute auch frische Donuts, um den 15 Frühaufstehern den Start in den Tag zu versüßen. Wie immer ging es los mit der Themensammlung. Jeder konnte auf Post Its notieren, was er gerne besprechen wollte. Folgende Themenvorschläge haben wir beim 249. Lean Coffee gesammelt:

  • 3 erste Dinge: neuer PO
  • statt Retro
  • Konkurrenz im Unternehmen – und jetzt?
  • Teams mit vielen Produkten
  • Radical Agility?
  • Framework-Verachter sind überhebliche Anarchisten
  • “sture” Kollegen überzeugen / mitnehmen
  • neues Team bilden aus bestehenden Teams

Anschließend wurden die Vorschläge an einem minimalistisch aufgesetzten Kanban Board gesammelt und kurz vorgestellt. Dann ging’s ins Voting und wir haben die Themen per Punktevergabe priorisiert. Heute ging es los mit dem Thema „‚sture‘ Kollegen überzeugen / mitnehmen“, das intensiv diskutiert wurde. Gerade um andere mitzunehmen, ist es wichtig, offen zu sein und zunächst das “stur” aus dem Kopf zu streichen. Weitere Tipps: die Vision für alle klar(er) machen und Veränderungen wie beispielsweise die Einführung eines Dev-Chats als Experiment starten – und nicht als vorgesetzte Neuerung. Nach zehn Minuten wurde per Thumb-Voting entschieden und das Thema bekam fünf Minuten Verlängerung.

Ein Buchtipp aus der Runde zu diesem Thema: Gewaltfreie Kommunikation von Marshall B. Rosenberg.

Weiter ging es mit dem Thema “statt Retro”: Gibt es erprobte Alternativen oder Ergänzungen zur Retro? Aufhänger war das Vorgehen eines Projektmanagers, der mit seinem Team Brettspiel-Abende startete. Das Pen & Paper Rollenspiel „Dungeons & Dragons“ erfreute sich in der Runde großer Beliebtheit und schließlich wurde zum Spieleabend eine Retro eingefordert. Das Ergebnis: Die Teammitglieder lernten extrem viel über die Art der Zusammenarbeit und die Kommunikation untereinander.

Bewusst in die Rolle eines anderen zu schlüpfen – in die Rolle des Kunden oder des Product Owners – kann im Alltag extrem hilfreich sein, darüber war sich die Runde einig. Weitere Anregungen: Schärfung von Personas, bewusste Fokussierung auf die “vier Ohren” oder das Verfassen eines Briefs an die Vergangenheit oder aus der Zukunft ans Team.

Thema Nummer 3 beim heutigen Lean Coffee war das “Radical Agility” Konzept, das Zalando gerade einführt. Alles neu oder doch ein Hype? Wie passen radikal und agil zusammen? Und wie wird sich ein solcher Ansatz langfristig weiterenwickeln und sich zugleich treu bleiben? Zugegeben: eine gewisse Skepsis gegenüber Radical Agility war da…

Als viertes und letztes Thema wurde die Frage diskutiert, wie ein Team an mehreren (bis zu zehn) Produkten gleichzeitig erfolgreich arbeiten kann. Erste Lösungsansätze: Das Beziehen auf eine globale Vision über alle Produkte, um das Verständnis zu schärfen. Das Fokussieren und Priorisieren der Produkte, um Multi-Tasking zu verhindern. Und schließlich das gemeinsame Ausarbeiten von Szenarien.

Für vier der vorgeschlagenen Themen reichte die Zeit heute nicht, 60 Minuten Lean Coffee vergehen dann doch immer viel zu schnell. Die gute Nachricht: Nächste Woche Freitag geht es direkt weiter – mit der “Geburtstagsedition”: Der Lean Coffee Cologne findet am 24. August zum 250. Mal statt. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!!!

Das Lean Coffee Gefühl

Trotz der vielfältigen Themen haben die Lean Coffees immer etwas gemein: das Lean Coffee Gefühl. Eine so produktive Runde früh am Morgen gibt eine ganze Menge positive Energie. Eine Stunde, ein paar koffeinhaltige Getränke und viele Erfahrungen später löst sich die Runde auf, vereinzelt wird im kleinen Kreis noch etwas diskutiert und irgendwann ist jeder in seinem Arbeitsalltag angekommen: mit frischen Gedanken, neuen Impulsen fürs eigene Tagesgeschäft – und dem Wochenende in greifbarer Nähe!

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