7 Frontend-Trends für 2019

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Frontend-Technologie entwickelt sich rasant weiter. Sevenval-CTO Roland Guelle stellt sieben Trends vor, die 2019 wichtig werden.

“Alles wird zum Frontend.” So lautete das Fazit von Roland Guelle, als wir ihn vor über einem Jahr für den Sevenval-Blog nach den 2018er Trends in der Frontend-Entwicklung fragten.

Ein Jahr später haben wir ihn wieder gefragt und heute stellt Roland Guelle sieben konkrete Trends rund um die Frontend-Entwicklung vor, die 2019 Fahrt aufnehmen werden:

Frontend verlässt 2D

Das Frontend ist die Schnittstelle zwischen Mensch und digitaler Welt. Traditionell bedienen wir sie über Maus und Tastatur am PC, heute häufiger über den Touchscreen auf Mobilgeräten. Traditionell arbeiten wir mit Fat-Clients – also Software, die voll auf dem Gerät des Nutzers läuft – heute hingegen oftmals mit Web-Anwendungen. Das Frontend verlässt damit immer mehr den traditionellen “zweidimensionalen Raum” und wird über Sprach-Assistenten, Gesten-Steuerung, Anwendungen für Augmented sowie Virtual Reality und neuartige 3D-Interfaces bedient. Dieser Trend wird 2019 weitergehen, das zeigt beispielsweise das letzte Weihnachtsgeschäft – Amazon hatte aufgrund von Millionen neu verschenkter Alexa-Assistenten bereits mit Serverproblemen zu kämpfen.

Data Driven Product Management

Neue Möglichkeiten gibt es auch für das Data Driven Product Management. 2019 wird die Arbeit mit MVPs, agilen Methodiken und Big Data-Analysen die Art und Weise, wie Produkte konzipiert und entwickelt werden, stark beeinflussen: Die Entscheidungsfindung wird mehr als je zuvor auf Daten basieren, weniger auf „Bauchgefühl“. Das wird dabei helfen, neue Services und Produkte schlank und fokussiert zu entwickeln.

Machine Learning für UX-Optimierung

Zur Optimierung der User Experience werden 2019 verstärkt Machine Learning-Ansätze zum Einsatz kommen, um besser zu verstehen, wie eine Anwendung vom User tatsächlich genutzt wird. Statt über klassisches A/B-Testing einzelne Elemente wie Menüs bei den Nutzern zu verproben, können lernende Systeme etwa mobile Apps automatisch anpassen. Dabei wird das Verhalten des individuellen Nutzers zur wichtigsten Grundlage, um die App nach seinen Ansprüchen zu gestalten. Ein Navigationsdienst kann so dem Nutzer direkt nach dem Start der App die beste Route ins Büro anzeigen – wenn die App gelernt hat, an welchen Tagen, zu welcher Zeit und mit welchem Verkehrsmittel der Nutzer welche Orte ansteuert. Das sind Usability-Optimierungen, die den Nutzern einen echten Mehrwert bringen.

Blockchain für Serious Applications

Wer Blockchain hört, denkt oft zuerst an Bitcoin. Die Kryptowährung ist die wohl bekannteste Anwendung für die Blockchain-Technologie – und hatte 2018 ein schweres Jahr zu bestehen: Mit über 10.000 Euro startet Bitcoin ins Jahr, am Ende lag der Kurs nur etwas über 3.000 Euro. Doch Blockchain ist in erster Linie ein dezentralisiertes Datenbanksystem und kann außer Währungen noch sehr viel mehr. 2019 werden auch private Blockchains weitere Verbreitung finden und DLT eine wichtige Rolle spielen. Denn die Technologie wird nach dem Hype für Use-Cases in Supply Chain Management und Internet of Things angewendet werden, um wirklichen Mehrwert zu generieren.

Web as Ubiquitous Application Framework

“Apps sind tot” – das sagte Sevenval-CEO Jan Webering vor zehn Jahren. Er sollte recht behalten. Progressive Web Apps (PWAs), WebVR, nodeJS, React Native und andere neue Technologien machen das Web zum “Ubiquitous Application Framework”: fit für alle Geräte, alle Umgebungen und alle Anwendungsszenarien. Das kommt den Anbietern digitaler Services sehr entgegen, denn so müssen sie nicht mehrgleisig nativen Code für verschiedenste Geräte entwickeln und pflegen. Das wird diesen Trend auch 2019 weiter beschleunigen.

Debugging in Production

Lange Zeit galt: Hohe Testabdeckung, Staging und dann eine „clean production“. Debugging im Production System? Das war verpönt. In Zeiten von Microservices und verteilten Systemen wird die Testabdeckung jeder einzelnen Anwendung natürlich nicht weniger wichtig. Trotzdem erkauft man sich die Unabhängigkeit der Servicelandschaft mit einer höheren Komplexität des Gesamtsystems. Wer erkennt noch Probleme, die im Gesamtsystem vorhanden sind, aber keinem Service selbst zuzuordnen sind? Das detaillierte Monitoring der Kern-KPIs und die Möglichkeit, auch im Produktionssystem zu debuggen ohne die Stabilität und Sicherheit zu gefährden, sind wichtige Bausteine für gute Entwicklungsergebnisse im Jahr 2019.

Web Security im Client

Kann “Sicherheit” ein Trend sein? Ja – denn 2019 ist das Jahr, in dem sich herkömmliche Browser mit Riesenschritten hin zum “App Environment” weiterentwickeln werden. Google macht es mit ChromeOS schon lange vor: Das gesamte Betriebssystem ist vor allem ein Browser, der Web-Anwendungen auf das Endgerät bringt. Und genau das ist ein gefundenes Fressen für neue Angriffsvektoren, bei denen nicht mehr einzelne Server oder die Unternehmensinfrastruktur im Fokus stehen, sondern in erster Linie der User selbst. Dieser Trend wird zwingend nach sich ziehen, auch die Sicherheit auf Client-Seite neu zu denken.

 

Und noch mehr Trends …

… aus Webdesign: “Zehn erstklassige Webdesign-Trends für 2019” hat Lennart de Ridder bei “99designs” zusammengestellt, von Serifen über Glitches bis hin zur daumenfreundlichen Navigation.

… Marketing: “Die sieben wichtigsten Marketing-Trends 2019” stellt Johanna Leitherer im Magazin “Markenführung” vor.

… und Web-Development: “Eight Web Development Trends Every CTO Should Expect in 2019” von Sam Saltis im Blog von “core dna”.

Zum Abschluss noch der Verweis auf “Every single stat you need to know about the internet”: Simon Kemp stellt die Daten der Global Digital Reports von “We Are Social” und “Hootsuite” vor.

 

(Titelbild: MontyLov)

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