Insur-Check: Die 3-Sekunden-Schadensregulierung

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Die Versicherungsbranche ist im Wandel. Neue Technologien und neue Kundenwünsche ändern die Spielregeln. Insurtech-Startups zeigen den Branchengrößen, wohin die Reise geht. Drei junge Anbieter stellen wir im „Insur-Check“ vor. Heute: Lemonade

Unsere Branchenexperten für Versicherungsanbieter geben in einem aktuellen Whitepaper tiefen Einblick in die drei wichtigsten Schritte für einen erfolgreichen Online-Abschluss. In unserer kleinen Blog-Reihe „Insur-Check“ stellen wir zudem für jeden Schritt ein erfolgreiches Beispiel aus dem Markt vor.

1. Lemonade zeigt, wie benutzerfreundliche Versicherungsprodukte gestaltet werden können

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Das 2015 in den USA gegründete Insurtech-Startup Lemonade konzentriert sich auf Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen. Die besondere Spezialität des Anbieters ist seine hohe Geschwindigkeit – ein wichtiges Merkmal benutzerfreundlicher Services.

Der digitale Versicherer ermöglicht den sofortigen Abschluss per App oder Website, mit leicht verständlichen Fragen, innerhalb von 90 Sekunden. Die Tarifoption “Zero Everything” exkludiert alle Selbstbehalte und zukünftige Preiserhöhungen. Schäden werden im Regelfall innerhalb von drei Minuten reguliert. Das ist die Geschwindigkeit, die Kunden im digitalen Zeitalter erwarten.

Nach Produktabschluss kann die Deckung des Versicherungsschutzes per App jederzeit und schnell angepasst werden. Lemonade folgt dabei dem Ansatz, der Nachfrage des Kunden zu folgen und sich nach und nach geschmeidig an die immer wechselnden Bedürfnisse ihrer Kunden anzupassen. Dies ermöglicht eine kundenspezifische Problemlösung ohne dabei auf die Kostenvorteile einer prozessorientierten Massenfertigung zu verzichten.

Aufsehen erregte Lemonade für die Regulierung eines Schadenfalls in drei Sekunden

Genau so viel Zeit benötigte das System, um den vom Kunden über eine Eingabemaske übertragenen Schaden zu analysieren, mit dem Versicherungsschutz abzugleichen, 18 Anti-Betrugs-Überprüfungen durchzuführen, den Schadenfall zu genehmigen und die Schadenzahlung auf das Konto des Kunden auszulösen.

Der Aufbau einer Versicherung wird durch zahlreiche Hürden erschwert und Lemonade ist noch nicht lange genug am Markt, um den Erfolg des Konzeptes bewerten zu können. Der größte Wachstums-Hemmer für neue Marktteilnehmer ist der Neukundengewinn. Lemonade will künftig seinen Umsatz mittels Annex-Vertrieb steigern und stellt dafür anderen Unternehmen eine API zu seiner Plattform zur Verfügung. Diese können ihren Kunden zusätzlich zu ihren Produkten kontextabhängig eine Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung verkaufen, ohne dass diese die Lemonade-Website besuchen oder die App installieren müssen.

Erste Zahlen geben Einblick in die Entwicklung von Lemonade

Laut „Insurance Times“ zahlt Lemonade 38 US-Dollar aus für jeden US-Dollar den es an Prämien einnimmt. Berücksichtigt ist dabei bereits, dass auch Lemonade seine Kunden sehr selektiv auswählt. Fast die Hälfte der Interessenten für eine Wohngebäudeversicherung haben keinen Versicherungsschutz erhalten.

Wie nachhaltig die Geschäftsentwicklung von Lemonade sein wird, zeigt sich in den nächsten Jahren wenn Key-Performance-Indikatoren wie Retention, Schaden-Kosten-Quote oder die Kundenzufriedenheit anhand verlässlicher Daten bewertet werden können. Die Risikoübernahme in der Versicherungswirtschaft erfolgt über Jahre, ehe ein Versicherungsfall entsteht. Erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle arbeiten transaktionsbasiert. Der Nutzen für den Kunden ist schnell spürbar und verändert Kundenverhalten. In der Schadenversicherung gibt es aber deutlich weniger Touchpoints.

Trotz der Unwägbarkeiten für die weitere Entwicklung: Lemonade setzt international Maßstäbe in Sachen Benutzerfreundlichkeit: Zum einen durch die extrem hohe Bearbeitungsgeschwindigkeit, zum anderen durch intelligente Optionen wie „Zero Everything“. Es wird sich lohnen, den Anbieter im Auge zu behalten.

 

Dies ist der erste Beitrag einer kleinen Blog-Reihe namens „Insur-Check“, in der wir drei Insurtech-Startups vorstellen, die den Branchengrößen zeigen wollen, wohin die Reise geht. Als nächstes folgt: Trōv

Die Reihe basiert auf unserem aktuellen Whitepaper „Versicherungsvertrieb im digitalen Zeitalter“, das Sie hier erhalten.

 

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