Versicherungen: Herkulesaufgabe IT-Modernisierung

Neue Technologie bringt neue Kundenwünsche mit sich. Für Versicherer ist das eine große Chance – doch es dauert oft viel zu lange, diese zu nutzen. Dabei gibt es einen Ausweg, der schnelle Erfolge an der digitalen Kundenschnittstelle verspricht. Bleibt die Frage: Auf Eigenentwicklung setzen oder lieber Standardlösungen kaufen?

Wenn Versicherer heute über Digitalisierung sprechen, dann fallen regelmäßig Schlagworte wie “Mainframe” oder “Cobol”. Denn die Anbieter haben die erste Welle der digitalen Transformation schon lange erfolgreich gemeistert: Seit Jahrzehnten setzen sie auf Großrechner und entwickeln eigene Software für Versicherungsmathematik. Etwa in “Cobol”, einer Programmiersprache aus den 1960er Jahren – einer Zeit, in der sich auch die ersten Computersysteme in der Branche durchsetzten.

Versicherungen haben neue Technologien schon immer schnell für sich entdeckt. Und es ist kein Paradoxon, dass genau das heute ein Problem ist. Damit ein Makler statt mit dem Aktenordner mit einem iPad seine Kunden besuchen kann, ist viel Modernisierungsarbeit nötig. Ausgerechnet die IT-Systeme aus der ersten Phase der Digitalisierung stellen die Anbieter heute vor Probleme: “Der Umbau unserer Altsysteme ist mehr als schwierig”, sagte der Pressesprecher eines ungenannten Versicherers jüngst der “Versicherungswirtschaft heute”.

Warum die Digitalisierung die Digitalisierung erschwert

Diese Altsysteme umzubauen scheint auf den ersten Blick unumgänglich zu sein. Denn die zweite Welle der Digitalisierung betrifft direkt und immer stärker den Vertrieb von Versicherungsprodukten. Kunden erwarten heute, online alle relevanten Informationen zu finden und auch gleich den Abschluss tätigen zu können. Doch die IT-Welt der Kunden unterscheidet sich signifikant von den Altsystemen der Versicherer. Sie ist nicht stationär sondern mobil, nicht auf langfristige Stabilität sondern auf ständige Neuerungen ausgelegt. Um diese beiden Welten zu verbinden, setzen viele Anbieter auf ihre Digitalisierungs-Erfahrung aus vergangenen Dekaden: Sie beginnen an der Basis und arbeiten sich “vom Rechenzentrum bis zum Kunden” gründlich voran.

Doch dieser Weg funktioniert heute nicht mehr, er ist zu langsam. Denn bis die Altsysteme modernisiert sind, damit die Website auf den Planungsstand gebracht werden kann und die App endlich kompatibel ist, sind die Kunden bereits weitergezogen. Etwa zu Insurtechs, die sich voll auf Kundenwünsche konzentrieren, zu Vergleichs- und Abschlussportalen, die etablierte Branchengrößen als reine Infrastruktur-Anbieter in den Hintergrund zu drängen versuchen.

Lösen – oder lösen lassen?

Wie ein Ausweg aus dieser Lage aussehen kann, wird in der Branche heiß diskutiert. Die “Versicherungswirtschaft heute” hat 30 Anbieter nach ihrer Strategie gefragt und eine einheitliche Linie ist nicht auszumachen. Grob gesagt stehen sich zwei Meinungen gegenüber: Selber lösen (z.B. Allianz) oder externe Lösungen einkaufen (z.B. HDI). Beide Wege haben ihre Vorteile – entscheidend ist jedoch, an welchem Ende sie ansetzen. Bei den Altsystemen der Versicherer oder bei den Wünschen der Kunden?

Kundenwünsche weisen den Weg

Auf ihre Kunden wirken Versicherungen im Smartphone-Zeitalter oft wie aus der Zeit gefallen. Schicke Websites und Apps – doch am Ende bekommt man Post oder Aktenordner-Besuch vom Makler. Der einzige Weg zum erfolgreichen digitalen Vertrieb von Versicherungsprodukten ist es, hier anzusetzen, direkt am Kunden.

Das heißt: Zuerst ist das “Frontend” für die Kunden zu modernisieren, ihre Wünsche nach Geschwindigkeit, verständlichen Informationen und flexiblen Produkten müssen schnell erfüllt werden (Erfahren Sie mehr: Whitepaper zum digitalen Vertrieb). Die dafür nötige Erfahrung kann jeder Anbieter einkaufen oder selber aufbauen, sollte dabei aber drei Parameter beachten:

„Frontend Expertise bedeutet Qualität im User-Interface, Flexibilität in der Lösung und Stabilität in der Infrastruktur.“
Roland Gülle, CTO Sevenval Technologies

Doch nur wenige Versicherer finden selber einen Weg, die digitale Transformation vom Kunden aus zu beginnen. Denn wie soll eine App, die den neuesten technischen Entwicklungen entspricht, mit den IT-Altsystemen kompatibel sein? Hier kommen oft Schnittstellen, APIs, ins Spiel. Doch diese müssen in vielen Fällen ebenfalls von Grund auf neu entwickelt werden, auch Änderungen an den Altsystemen sind nötigt. Das kostet Zeit.

Weltenverbinder: Sevenval Frontend Layer

Für schnelle Ergebnisse an der digitalen Kundenschnittstelle muss deshalb eine Lösung her, bei der die Altsysteme unangetastet bleiben und auch keine neuen Schnittstellen integriert werden müssen. Hierfür bietet sich eine “Zwischenschicht” (Layer) zwischen interner IT und den Kundenanwendungen an.

Solch eine Schicht ist der “Sevenval Frontend Layer”: Dieser Layer verknüpft beliebige Datenquellen über bereits existierende APIs mit modernster Web-Technologie, ohne Eingriffe in die bestehende IT-Infrastruktur. Eingabe- und Ausgabeformate für Daten sind nahezu beliebig, das Ausgangssystem kann auch ein Mainframe mit BS2000/OSD und Cobol sein, während der Kunde ein iPhone X nutzt.

So wird das Ziel erreichbar, in kurzer Zeit den Kunden ein modernes Frontend zu bieten, während zugleich die bewährten Systeme weiterlaufen. Das unterstützt direkt und langfristig den Vertrieb und ermöglicht den Versicherern, die Modernisierung ihrer Altsysteme in längeren Zyklen zu planen.

Lesen Sie im Sevenval Blog mehr über die digitale Transformation der Versicherungsbranche und welche Rolle die Nähe zum Kunden auch in der Online-Welt spielt:

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