Bimodale IT – das sagen unsere Frontend Experten

Frontend Insights Bimodale ITWas bewegt die digitale Welt? Wohin entwickelt sich die Frontend-Technologie? Und was bedeuten die ganzen IT-Buzzwords eigentlich für die konkrete Projekt-Arbeit? Damit beschäftigen wir uns in der Reihe “Frontend Insights”: Insights unserer Kolleginnen und Kollegen von UX Design und Web Development bis Testing und Projektmanagement. Unser zweites Thema: “Bimodale IT”

Bimodale IT – nur Manager-Buzzword oder handfestes Konzept?

Man versteht darunter zwei verschiedene – aber zusammenhängende – Arbeitsstile zu managen. In der Praxis wird das oft bei der Entwicklung von Backend und Frontend einer (Web-)Anwendung relevant. Während auf Seiten des Backends Sicherheit, Stabilität und planbare Vorhersagbarkeit zentrale Aspekte sind, geht es beim Frontend darum, explorativ und iterativ entwickeln zu können, um stets auf dem aktuellen Stand der Technologie zu sein. Die klassische Sichtweise, die vom Gartner-Institut stammt, unterteilt die beiden Arbeitsstile in “langsam” und “schnell”.

Bei der täglichen Arbeit mit digitalen Projekten ist das oft eine Herausforderung. Manch ein Manager möchte sich von dieser “IT der zwei Geschwindigkeiten” lieber heute als morgen verabschieden und Backends wie Frontends in agilen Prozessen entwickeln. Wir haben Experten von Sevenval gefragt, was “Bimodale IT” für sie bedeutet.

 

Roland Guelle Bimodale ITRoland, CTO von Sevenval: Bimodale IT muss über den klassischen Ansatz „langsamer vs schneller“ Entwicklung hinausgedacht werden, denn zentral sind andere Aspekte: Stabilität und Innovation. Langfristige Stabilität ist die wichtigste Aufgabe von Backends und Infrastrukturen, flexibler Einsatz neuer Technologien ist dort selten eine Option. Am Frontend ist es genau entgegengesetzt, hier muss schnell und iterativ entwickelt werden. Zwischen diesen beiden IT-Welten muss Beweglichkeit garantiert werden, erst ihre Verbindung über eine flexible Frontware ermöglicht gleichzeitig Stabilität und Innovation.

 

Eva Ringelspacher Bimodale ITEva, Project Manager: Das spielt bei vielen Projekten eine Rolle, vor allem wenn es große Kunden sind. Dann gibt es z.B. strikte Compliance Vorgaben, die erfüllt werden müssen, und zugleich ist Agilität bei der Entwicklung gefragt. Das muss aber kein Gegensatz sein. Man kann etwa die Vorgaben in die Definition of Done aufnehmen, so können auch „langsamere“ Bereiche, in denen nach Wasserfall gearbeitet wird, in agile Prozesse integriert werden.

 

 

Felix Sahm Bimodale ITFelix, Digital Consultant: Ich habe viele Kunden erlebt, die neue Frontends einführen wollten und den Weg dorthin am Backend begannen. Das ist nach der alten Sichtweise ganz klassisch: Das Backend ist langsam und alt, muss also zuerst modernisiert werden, um neue Technologie auch am Frontend zu ermöglichen. Bei diesem Wasserfall-Vorgehen bestimmt aber der langsamste Teil der IT die gesamte Entwicklungsgeschwindigkeit – und bis zum Release des “neuen” Frontends ist so viel Zeit vergangen, dass es von der technologischen Entwicklung bereits überholt wurde.

 

Andreas Bauer Bimodale ITAndreas, Web Developer: Gerade bei Web-Frontends und Browsern ist die technologische Entwicklung über die Jahre immer schneller geworden. Gefühlt kommt alle paar Monate etwas Neues, das dann direkt implementiert werden soll. Bei vielen Projekten ist das aber gar nicht so leicht, da die grundlegenden Systeme nicht im selben Tempo darauf vorbereitet werden können. Um trotzdem mehr Freiheit bei der Web-Entwicklung zu haben, setzen wir dann auf unsere eigene Frontware.

 

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