Never-Slow Mode: Google sagt langsamen Websites den Kampf an

Eine neue Chrome-Erweiterung greift massiv in die Ausgabe einer Website ein, sollte sie zu groß sein. Wir zeigen, was das besonders für Onlineshops bedeutet und wie man sich davor schützen kann.

Für Google zählt der Page Speed

In den vergangenen Monaten hat Google immer wieder betont, wie wichtig ihnen schnell geladene Websites sind. Der Fokus auf den Page Speed sollte sich durch Einbußen im Ranking für langsame Websites bemerkbar machen. Dabei gingen die Kalifornier eher zurückhaltend vor: So wurde Page Speed als SEO-Rankingfaktor zwar auf mobile Websites ausgeweitet, aber Inhalte und Nutzererfahrung stünden nach wie vor im Vordergrund.

Der „Never-Slow Mode“, eine neue Erweiterung für Googles Browser Chrome könnte jedoch weniger zaghaft mit langsamen Websites umgehen. Müssen zu viele Inhalte von der Website heruntergeladen werden, setzt die Erweiterung eine Grenze. Bestimmte Inhalte, wie Bilder und Skripte, werden ab dieser Grenze nicht mehr heruntergeladen. Die Erweiterung befindet sich seit letztem Jahr in der Entwicklung und wird aktuell getestet.

Was sich erst einmal wie ein kostenloses Geschwindigkeits-Upgrade liest, zeigt auf den zweiten Blick verheerende Konsequenzen: Der “Never-Slow Mode” bestimmt, welche Inhalte geladen werden und welche nicht. Sind die Bilder einer Website zu groß, werden sie ausgelassen. Das betrifft insbesondere Onlineshops, die viele hochauflösende Produktbilder anzeigen. Werden die Bilder nicht mehr ausgegeben, bedeutet dies einen massiven Eingriff in die User Experience der Website.

Website-Betreiber sollten daher bereits jetzt Vorkehrungen treffen. Durch Maßnahmen wie: Bilder komprimieren, Skripte reduzieren und Code minimieren kann das Downloadvolumen einer Website verringert werden. Das beschleunigt den Page Speed sofort und sorgt für zufriedenere Nutzer. Durch die automatisierte Page-Speed-Optimierung von wao.io lassen sich diese Maßnahmen ohne Entwicklungsaufwand nachhaltig durchführen.

Wann ist eine Website zu groß?

Da der Chrome-Browser zum Teil ein Open-Source-Projekt ist, ist die Arbeit daran öffentlich nachvollziehbar. Ein ausführliches Konzeptpapier zum „Never-Slow Mode“ liegt aktuell noch nicht vor. Alex Russell, der Hauptentwickler, hat jedoch zusammengefasst, wie die Chrome-Erweiterung nach derzeitigem Stand vorgeht (übersetzt aus dem englischen Original):

„Momentan blockiert [der Never-Slow Mode] große Skripte und stellt einen Etat für bestimmte Ressourcentypen (JavaScript, Schriftarten, CSS und Bilder) zur Verfügung. […] Diese Etats werden nach einer Interaktion mit der Website (klicken, drücken oder scrollen) zurückgesetzt.“

Mit den Etats (engl.: budgets) sind Grenzwerte gemeint, die durch die Erweiterung gesetzt werden und die durch die vier Ressourcentypen nicht überschritten werden dürfen. Dass diese Etats zurückgesetzt werden können, wird im weiteren Verlauf dieses Artikels thematisiert. Zunächst einmal ist jedoch interessant, wie hoch diese Grenzwerte angelegt sind. Denn auch hierüber gibt Russell Auskunft.

Nicht mehr als 2 Megabyte für Bilder

In einer Auflistung unter derselben Quelle nennt Alex Russell die aktuellen Grenzwerte des “Never-Slow Mode”. Diese gelten für einzelne Dateien sowie die Gesamtheit aller Dateien der vier genannten Ressourcentypen. Sie lauten wie folgt:

  • pro Bild: 1 Megabyte
  • alle Bilder insgesamt: 2 Megabyte
  • pro CSS-Datei: 100 Kilobyte
  • alle CSS-Dateien: 200 Kilobyte
  • pro JavaScript-Datei: 50 Kilobyte
  • alle JavaScript-Dateien: 500 Kilobyte
  • pro Schriftart: 100 Kilobyte
  • alle Schriftarten: 100 Kilobyte

Das bedeutet im Klartext: Sollten mehr als 2 Megabyte an Bildern für die Website heruntergeladen werden müssen, könnte der “Never-Slow Mode” alle Bilder über dem Grenzwert schlichtweg auslassen und nicht anzeigen. Für viele Websites und gerade Onlineshops, deren hochauflösende Bilder der wichtigste Teil der Produktpräsentation sind, ist dies eine Hiobsbotschaft.

Ist Deine Website betroffen?

Könnte Deine Website oder Dein Onlineshop von den Eingriffen durch den “Never-Slow Mode” betroffen sein? Mit dem Analyzer von wao.io lässt sich genau herausfinden, wie hoch das aktuelle Downloadvolumen Deiner Website ist. Er zeigt außerdem an, wie wao.io dabei helfen könnte, sie automatisiert zu beschleunigen. Hier ein Beispiel:

Das Beispiel zeigt die Startseite einer Website mit vielen Bildern. Mit fast 4 Megabyte würde der Grenzwert des “Never-Slow Mode” deutlich überschritten. Die Folge könnte sein, dass einige der Bilder im Chrome-Browser nicht mehr angezeigt würden. Durch die intelligente und automatisierte Bild-Optimierung von wao.io könnten die Bilder bei gleichbleibend hoher Qualität jedoch auf unter 1 Megabyte reduziert werden. Hier noch einmal in Zahlen:

 

Genau wie der “Never-Slow Mode” unterscheidet der wao.io Analyzer zwischen Bildern, Schriftarten, JavaScript- und CSS-Dateien. Nicht auf den Screenshots: Der Analyzer zeigt Dir auch an an, wie gut Deine Website aktuell geschützt ist und wie wao.io durch automatisierte Sicherheitsmaßnahmen auch hier weiterhelfen könnte: Probiere den Analyzer für Deine Website aus.

Maßnahmen für einen schnelleren Page Speed

Sollten Deine Website-Inhalte die Grenzwerte des “Never-Slow Mode” übersteigen, kannst Du durch gezielte Maßnahmen zur Page-Speed-Optimierung entgegenwirken. Wichtig ist dabei, dass die Erweiterung aktuell nicht alle Page-Speed-Faktoren berücksichtigt. Bislang orientiert sie sich allein am Downloadvolumen einer Website. Wir fassen die besten Maßnahmen zur Schlankheitskur Deiner Website hier zusammen:

Bilder komprimieren

Bilder sind bei ihrer Erstellung oft sehr groß. Gerade Fotos im JPEG-Format haben ein hohes Optimierungspotential. Durch geschickte Kompression lässt sich sich die Größe eines Bildes verringern und die optische Qualität beibehalten. Hierzu gibt es verschiedene Wege: von Tools wie ImageMagick und IrfanView, über Online-Dienste wie TinyJPG und Optimizilla.

Für Onlineshops mit vielen Produktbildern ist die einzelne Kompression von Bildern allerdings mit einem sehr hohen Aufwand verbunden. Um den bestmöglichen Kompromiss zwischen Kompression und Qualität zu finden, eignet sich daher die automatisierte Bild-Optimierung wao.io.

Lazy Loading aktivieren

Die Entwickler der Chrome-Erweiterung weisen darauf hin, dass die Grenzwerte u.a. beim Scrollen der Seite zurückgesetzt werden. Inhalte, die also nicht schon beim Aufruf der Website, sondern erst beim Scrollen heruntergeladen werden, fallen also nicht unter die ursprünglichen Grenzwerte. Dies kann man sich durch sog. Lazy Loading zunutze machen.

Durch Lazy Loading werden nur die Bilder einer Website geladen, die “Above the fold” – also im Sichtbereich des Betrachters – angezeigt werden sollen. Sobald dieser scrollt und neue Bilder in den Sichtbereich geraten, werden sie nachgeladen. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten, die Entwickler umsetzen können. Mit wao.io kann Lazy Loading mit wenigen Klicks aktiviert und individuell eingerichtet werden.

Code minifizieren und komprimieren

CSS- und JavaScript-Dateien sind für das Design der Website und deren Funktionalität unerlässlich. Um sie so klein wie möglich zu halten, können Entwickler vorsorgen, etwa indem sie ihren Code sauber halten und nur die Funktionen von Code-Bibliotheken laden, die sie auch tatsächlich benötigen.

Darüber hinaus können durch Skripte zum Minifizieren nicht benötigte Teile wie Kommentare und Leerzeichen gelöscht werden. Mit Algorithmen wie Googles “Brotli” können die Dateien komprimiert und so noch einmal erheblich verkleinert werden. Auch dies lässt sich durch wao.io automatisiert einrichten.

HTTP/2 aktivieren

Neben den Grenzwerten für Dateigrößen geben die Entwickler des “Never-Slow Mode” außerdem bekannt, dass die Chrome-Erweiterung maximal 10 Verbindungen zulassen soll. Über den klassischen Aufruf einer Website mittels HTTP wird jede Datei in einer einzelnen Verbindung heruntergeladen. Dies betrifft alle angesprochen Ressourcen wie Bilder, CSS- und JavaScript-Dateien sowie Schriftarten.

Durch die Umstellung auf HTTP/2 kannst Du diesen Grenzwert umgehen. Durch HTTP/2 werden alle zusätzlichen Dateien in einer einzigen Verbindung geladen. Notwendig zur Aktivierung ist ein SSL-Zertifikat. Durch wao.io erhältst Du nicht nur ein kostenloses SSL-Zertifikat, sondern auch die Möglichkeit, HTTP/2 mit einem Klick zu aktivieren.

Fazit

Google möchte mit dem “Never-Slow Mode” für seinen Chrome-Browser für eine bessere User Experience der Nutzer sorgen. Dabei wird es jedoch Website-Betreibern die Kontrolle über die Ausgabe ihrer eigenen Inhalte nehmen. Noch befindet sich die Erweiterung im Test und die hier genannten Grenzwerte sind nicht in Stein gemeißelt: Sie geben jedoch einen guten Anhaltspunkt und zeigen auf, dass man sich wappnen sollte.

Mit Tools wie dem wao.io Analyzer kannst Du herausfinden, ob Deine Website aktuell betroffen wäre. Maßnahmen zur Page-Speed-Optimierung geben Dir die volle Kontrolle über Deine Website-Inhalte. So kannst Du auch jetzt schon für zufriedenere Nutzer sorgen und der Erscheinung des “Never-Slow Mode” gelassen entgegensehen. Ab 19€ im Monat kann wao.io Dir dabei helfen, Deine Website automatisiert und kontinuierlich zu beschleunigen und sicherer zu machen. Jetzt zu wao.io.

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