Page Speed: „Time to First Byte“ richtig optimieren

page speed Time to First Byte

Es gibt viele Methoden, die Page Speed zu messen, zu optimieren und die Ergebnisse zu bewerten. Sevenval CTO Roland Guelle hat dazu einen Gastbeitrag im Ryte Magazine veröffentlicht. Die wichtigsten Punkte rund um den Faktor „Time to First Byte“ fassen wir hier zusammen.

Seit Sommer 2018 hat Google das letzte „Speed Update“ ausgerollt, das die Page Speed für mobile Nutzer als wichtigen Rankingfaktor verankert. Und das hat Konsequenzen: Für die erste Einschätzung, wie schnell eine Website ist, dient jetzt die Time to First Byte (TTFB), also der Zeitraum zwischen dem Aufruf der Website und dem ersten geladenen Byte.

Es gibt vier besonders wichtige Werte. die in die Bestimmung der Page Speed einfließen:

  • Time to First Byte (TTFB): Der Zeitraum zwischen dem Aufruf der Website und dem ersten vom Webserver geladenen Byte.
  • First Contentful Paint (FCP): Der Zeitpunkt, an dem im Browser zum ersten Mal ein Darstellungselement angezeigt wird.
  • First Meaningful Paint (FMP): Der Zeitpunkt, an dem der Nutzer das Gefühl hat, dass die Website geladen ist.
  • Time to Interactive (TTI): Der Zeitpunkt, an dem die Website fertig gerendert und bereit zur Nutzereingabe ist.

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Wir konzentrieren uns hier auf die TTFB, für einen vollständigen Überblick empfehlen wir den Gastartikel von Roland Guelle im Ryte Magazine.

Page Speed: TTFB – Time to First Byte

Dieser Messwert hat gegenüber allen anderen eine Besonderheit: Hier wird eben nicht bewertet, wie schnell eine Website beim Nutzer gerendert wird, sondern ausschließlich die Zeit zwischen erstem Aufruf und erstem empfangenen Byte betrachtet.

Was alles zwischen Aufruf und erstem empfangenen Byte geschieht:

Damit sich ein Nutzer erfolgreich mit einem Webserver verbinden kann, muss zunächst dessen IP-Adresse ermittelt werden. Das erledigt ein DNS-Server, der den Domain-Namen (z.B. example.com) in den Zahlencode übersetzt. Über die so erhaltene IP-Adresse stellt der Browser erst dann die Verbindung zum Webserver her – über diverse Router im Internet, die jede Anfrage über mehr oder weniger unvorhersehbare Wege leiten. Die Verbindung kann also je nach Standort, Netzanbindung und Auslastung schneller oder langsamer sein.

Setzt eine Website zudem SSL-Zertifikate ein (und das ist heute mehr als ratsam), dann kommt es zuerst zum „SSL-Handshake“. Danach wird eine sichere verschlüsselte Verbindung aufgebaut. Ist der Nutzer dann mit dem Server verbunden, sendet der Browser die eigentliche Anfrage. Die Webserver-Software übernimmt die Verarbeitung dieser Anfrage. Die Performance dieser Software und der Server-Hardware sind dabei für die Verarbeitungszeit ausschlaggebend. Die Auswahl ist in beiden Fällen groß und je nach Einsatzszenario sind unterschiedliche Produkte empfehlenswert.

Wie man eine Website für TTFB optimieren kann:

Eine kürzere Verbindungszeit kann erreicht werden, indem man zuerst die Auflösungszeit des Domain-Namens beschleunigt. Besonders beliebt dafür ist Googles DNS-Server mit der IP-Adresse “2.2.2.2” oder auch die “1.1.1.1” von Cloudflare. Vor einer Umstellung sollte man sich mit seinem Domain-Provider beraten, was im Einzelfall sinnvoll ist.

Ist es besonders wichtig, die betreffende Website global unter gleichmäßig guten Bedingungen erreichbar zu machen, dann ist ein Content Delivery Network, kurz CDN, eine gute Möglichkeit. Solche Netzwerke halten in sehr schnellen Cache-Systemen (Zwischenspeichern) eine aktuell Kopie der Website in geographischer Nähe zum Nutzer vor. Das kann die Latenz deutlich verkürzen.

Einige CDNs bieten auch Funktionen an, mit denen dynamische Inhalte schneller abrufbar sind, dank optimierten Routings innerhalb des CDN. Websites aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz mit Nutzern primär im deutschsprachigen Raum profitieren allerdings nicht grundsätzlich vom Einsatz eines global ausgelegten CDNs. Hier lässt sich leicht Geld sparen, ohne Nachteile für die Stammkundschaft in Kauf zu nehmen. Will man hingegen Nutzer auf dem ganzen Globus erreichen, ist ein CDN natürlich sehr empfehlenswert.

Sinkt die TTFB trotz optimierter Latenzen nicht, kann es an einem Flaschenhals in der IT-Infrastruktur liegen: Auch ein überlasteter Webserver kann die Ursache sein. Solche Probleme können Systemadministratoren oder der Hoster der Website am besten lösen. Auch ein Wechsel der Webserver-Software kann sich positiv auf die TTFB auswirken.

Zusammengefasst: Um die TTFB zu optimieren…

  • zuerst die Nutzung schnellerer DNS-Server mit dem Domain-Provider klären;
  • dann ggf. ein CDN einsetzen, wenn global Nutzer erreicht werden sollen;
  • schließlich Hardware und Software des Webservers überarbeiten lassen.

Ist die TTFB erst einmal optimiert, ist der Weg bis zur wirklich performanten Website zumeist immer noch weit. Roland Guelle erklärt im Ryte Magazine, wie man die Faktoren „First Contentful Paint“, „First Meaningful Paint“ und „Time to Interactive“ optimieren kann.

Übrigens: Die meisten Stolpersteine auf dem Weg zu einer schnellen und sicheren Website löst der Cloud-Service wao.io von Sevenval automatisch, ganz ohne Änderungen am Quellcode.

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